
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
San Sebastián fordert Großvermieter zum Handeln auf
Druck auf Eigentümer wächst
Die Stadtverwaltung von San Sebastián verschärft ihren Kurs auf dem angespannten Wohnungsmarkt. Bürgermeister Jon Insausti richtete einen eindringlichen Appell an die großen Immobilienbesitzer der Stadt, ihre leerstehenden Objekte wieder der Allgemeinheit zuzuführen. Im Fokus stehen dabei namentlich die Gesellschaften Azora und Naiz Homes.
Alokabide als Dreh- und Angelpunkt
Wie Insausti bei einer Pressekonferenz erläuterte, soll die Vermittlung über die baskische Staatsgesellschaft Alokabide laufen. Dieses Vorgehen biete den Eigentümern nach den Worten des Rathauschefs klare Vorteile: So seien die Vermieter bei Zahlungsausfällen oder eventuellen Schäden an der Substanz abgesichert. Dieser Schutzmechanismus, so die Hoffnung des Bürgermeisters, solle als Anreiz dienen, die Wohnungen wieder auf den regulären Markt zu bringen und so das Angebot zu vergrößern.
Preisdeckel als soziales Korrektiv
Ein zentraler Bestandteil des städtischen Konzepts ist die Begrenzung der Mietpreise. Insausti betonte, dass über Alokabide eine Obergrenze für die Mieten gelte. Dies sei ein entscheidender Schritt, um die Wohnungen für die Bürgerinnen und Bürger von San Sebastián wieder bezahlbar zu machen und die hohe finanzielle Belastung abzumildern.
Garantie gegen Obdachlosigkeit
Parallel zum Vorstoß gegen den Leerstand bekräftigte der Bürgermeister sein Versprechen, dass es in der baskischen Hauptstadt künftig keine Zwangsräumungen geben werde. Er verwies in diesem Zusammenhang auf ein Kontingent an Unterkünften, das die Stadtverwaltung für besonders schutzbedürftige Menschen bereithalte. Sollte es dennoch zu Räumungssituationen kommen, könnten diese Personen umgehend in diesen Wohnungen untergebracht werden, um zu verhindern, dass sie ganz ohne Dach über dem Kopf dastehen, so Insausti. Die Ankündigung erfolgte im Rahmen einer Initiative zum besseren Schutz der Einwohner vor den Folgen von Mietrückständen. Die Maßnahmen der Stadtverwaltung stützen sich auf die bestehenden Kapazitäten der städtischen Sozialdienste und die Kooperationsbereitschaft der staatlichen Wohnungsbaugesellschaft. Ein konkreter Zeitplan für die Umsetzung der Appelle wurde bislang nicht genannt. Die Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt bleiben ein zentrales Thema in der Kommunalpolitik der Stadt. Die Bereitschaft der angesprochenen Großvermieter, dem Aufruf zu folgen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen müssen.
Quelle: europapress.es