BasqTrain 35: Euskadi plant den Zug der Zukunft

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Baskenland

BasqTrain 35: Euskadi plant den Zug der Zukunft

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Zug für ganz Europa

Die baskische Industrie will beim europäischen Schienenverkehr künftig eine zentrale Rolle spielen. Im Rahmen des Industrieplans Euskadi 2030 wurde nun ein ambitioniertes Projekt vorgestellt: Unter dem Namen „BasqTrain 35“ soll ein neuer Hochgeschwindigkeitszug entwickelt werden, der grenzüberschreitend in ganz Europa eingesetzt werden kann.

Initiiert wird das Vorhaben vom spanischen Schienenfahrzeughersteller Talgo, der dafür ein Konsortium aus insgesamt 20 Partnern schmiedet. Neben zwölf baskischen Unternehmen – darunter zehn kleine und mittlere Betriebe – sind auch mehrere Technologiezentren und Forschungseinrichtungen beteiligt. Das CEIT-Forschungszentrum übernimmt dabei eine führende Rolle in der wissenschaftlichen Begleitung.

Antwort auf die Fragmentierung des Marktes

Hintergrund des Projekts ist ein strukturelles Problem der europäischen Eisenbahnindustrie: Aktuell werden Züge vor allem für nationale Märkte produziert, was den grenzüberschreitenden Verkehr erschwert und die Herstellungskosten in die Höhe treibt. Die neue Zuggeneration soll diese Fragmentierung überwinden und dank modularer und nachhaltiger Antriebstechnik in verschiedenen Ländern verkehren können. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf 105 Millionen Euro über drei Jahre, wovon 78 Millionen in Forschung und Entwicklung fließen. In Euskadi sollen dadurch mehr als 140 hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen.

Wie Talgo-Präsident José Antonio Jainaga bei der Vorstellung betonte, gehe es darum, die bestehende Effizienzführerschaft bei Hochgeschwindigkeitszügen weiter auszubauen. Neben der Energieeffizienz stehen dabei auch fortschrittliche Fertigungsmethoden mit Künstlicher Intelligenz sowie die Flexibilität der Wagen im Fokus. Ziel sei ein Zug, der problemlos in unterschiedlichen Ländern operieren könne – vom Fahrgastkomfort bis zum digitalisierten Wartungsmanagement.

Ein industriepolitisches Signal

Die baskische Regierung sieht in dem Vorhaben einen Beleg für die Leistungsfähigkeit der regionalen Industrie. Wirtschaftsminister Mikel Jauregi bezeichnete den Mobilitätssektor als „Schlüsselbranche“ und hob hervor, dass Entscheidungszentren in Euskadi die Entwicklung vorantreiben. Mit den insgesamt acht transformativen Projekten des Industrieplans würden rund eine Milliarde Euro mobilisiert, mehr als die Hälfte davon für Forschung und Entwicklung.

Auch die Provinzregierung von Bizkaia zeigte sich engagiert. Die Regionalverantwortliche Elixabete Etxanobe verwies darauf, dass die Region die Fähigkeit besitze, aus einer Vision wie dem Zug der Zukunft ein konkretes Projekt zu machen. Die Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft habe sich dabei als erfolgreiches Modell erwiesen, das nun auch im Bahnsektor Maßstäbe setzen soll. Das Projekt ist Teil des achten privat geführten Transformationsvorhabens im baskischen Industrieprogramm. Zu den beteiligten Unternehmen zählen unter anderem Ingeteam für Energiemanagement sowie Spezialisten für KI-Lösungen und Sensorik. Für Talgo ist es ein weiterer Schritt, um im globalen Wettbewerb der Bahnindustrie eine führende Position zu behaupten.


Quelle: europapress.es

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