Gigafabrik für Fertighäuser entsteht in Almussafes

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Almussafes

Gigafabrik für Fertighäuser entsteht in Almussafes

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Vom Haushaltsgeräte-Hersteller zum Wohnungsbauer

Der valencianische Konzern Cecotec, bisher vor allem für Küchenmaschinen und Saugroboter bekannt, will nun den Wohnungsmarkt aufmischen. Zusammen mit der Gemeinde Almussafes hat das Unternehmen eine Absichtserklärung für den Bau einer sogenannten Gigafactory unterzeichnet. In dieser sollen Wohnungen industriell in großem Maßstab vorgefertigt werden.

Das Projekt, das bereits im Sommer angekündigt wurde, sieht Investitionen von rund 150 Millionen Euro vor. Nach Angaben des Unternehmens könnten dadurch etwa 4.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze entstehen. Die Fabrik soll auf einem neu ausgewiesenen Industriegebiet in Almussafes entstehen, das mehr als 515.000 Quadratmeter umfasst.

Fließband für Wohnungen

Das Konzept erinnert an die Automobilproduktion: Bis zu 95 Prozent eines Gebäudes sollen künftig am Fließband in der Halle gefertigt und ausgestattet werden. Vor Ort wird das Modul dann nur noch zusammengesetzt. Cecotec spricht von einem Industrialisierungsgrad der Stufe 6, dem höchsten Standard der Branche.

Die Vorteile liegen laut Unternehmen auf der Hand: Die Bauzeit soll auf durchschnittlich drei Monate schrumpfen, Kostensteigerungen durch Inflation oder Verzögerungen auf der Baustelle sollen der Vergangenheit angehören. Geplant ist eine jährliche Produktion von bis zu 6.000 Wohneinheiten, was einer Fläche von rund 500.000 Quadratmetern entspricht.

Antwort auf die Wohnungskrise

Für Firmengründer César Orts ist das Projekt eine direkte Antwort auf die angespannte Lage am Wohnungsmarkt. Die konventionelle Bauweise könne die Nachfrage nicht decken und die Preise nicht stabilisieren. Man wolle die eigene Erfahrung mit effizienten Industrieprozessen nun nutzen, um bezahlbaren Wohnraum schneller und kostengünstiger zu schaffen.

Bürgermeister Toni González spricht von einer historischen Chance für die Gemeinde. Almussafes, lange Zeit geprägt von der Automobilindustrie, könne mit dieser Ansiedlung seine wirtschaftliche Basis verbreitern. Die Arbeitslosenquote liegt in der Stadt derzeit bei etwa sieben Prozent – neue Arbeitsplätze könnten diese Zahl weiter senken.

Logistik als Trumpfkarte

Ein entscheidender Faktor für die Standortwahl war nach Angaben von Cecotec die gute Verkehrsanbindung. Almussafes liegt an wichtigen Autobahnen, hat Anschluss an den Schienengüterverkehr und profitiert von der Nähe zum Hafen von Valencia und dem Mittelmeerkorridor.

Wie das spanische Nachrichtenportal Europa Press berichtet, ist das Projekt allerdings noch nicht endgültig besiegelt. Die Umsetzung hängt von der Genehmigung der Stadtplanung und weiteren behördlichen Verfahren ab. Der Bau der Anlage und der Produktionsstart sollen schrittweise in den kommenden Jahren erfolgen. Die Gemeinde will bei der Vermittlung von Arbeitskräften und bei Schulungsmaßnahmen helfen, um die Bevölkerung an den neuen Arbeitsplätzen zu beteiligen. Auch lokale Zulieferer sollen bevorzugt zum Zug kommen.


Quelle: europapress.es

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