
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Valencias Metallbranche fordert weniger Hürden
Wettbewerbsfähigkeit unter Druck
Bei einem Unternehmergespräch, organisiert von der valencianischen Metallverband Femeval, brachten Vertreter zahlreicher Firmen ihre Lage auf den Punkt: Sie wollen weiterwachsen, innovieren und Jobs bieten – aber die Rahmenbedingungen werden immer härter. Das teilte der Verband in einer Mitteilung nach dem Treffen mit der Beauftragten für industrielle Wettbewerbsfähigkeit und KMU, Núria Aymerich, mit.
Die Liste der Probleme ist lang: Übermäßige Bürokratie, regulatorische Starrheit, Fachkräftemangel, schwer zugängliche Hilfen, steigende Kosten für Energie, Logistik und Arbeit sowie ein unfaires Wettbewerbsfeld gegenüber vor allem asiatischen Ländern. Die KMU, die 97 Prozent des valencianischen Metallsektors ausmachen, fühlen sich von der Regulierung überfordert. "Jede neue Norm addiert mehr bürokratische Last", heißt es, was zu Frustration führt.
"Die Normenlast wird immer schwerer"
Die Unternehmen stellen klar: Sie kämpfen nicht nur mit ihrem Produkt, sondern auch mit ihrer Logistik, ihren Lieferzeiten und den unterschiedlichen Kosten- und Regelstrukturen. "Wir stehen globalen Märkten mit einer europäischen, spanischen und regionalen regulatorischen 'Mochila' gegenüber, die immer schwerer wird", so ein Teilnehmer. Es gehe nicht darum, Standards zu senken, sondern klare, proportionale und zwischen Behörden koordinierte Regeln zu haben, um hier weiter produzieren können.
Initiativen wie die strategischen Wirtschaftsprojekte (PERTE) erreichen den produktiven Kern oft nicht effektiv, weil die Zugangskriterien abschreckend sind. Die Firmen fordern deshalb agilerer, zugänglicher und auf den Produktionssektor zugeschnittene Instrumente. Die aktuelle Konfiguration der Hilfen könnte sogar indirekt den Kauf von Maschinen auf asiatischen Märkten fördern – ein Nachteil für die lokale Industrie und die Wertschöpfungskette.
Lokale Wertschöpfungsketten stärken
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Stärkung lokaler Industrie-Ökosysteme. Der "Made in Spain"-Ansatz, besonders in der Herstellung von Industriemaschinen, wo valencianische Firmen international hoch spezialisiert und anerkannt sind, wurde als strategisch wichtig herausgestellt. Es brauche Politik, die die lokale Wertschöpfungskette unterstützt – "als Formel, um sowohl KMU als auch große Leitindustrien zu stärken und den Verlust von Produktionskapazität gegenüber externen Märkten zu vermeiden".
Konkret wurde ein fairer Regelrahmen gefordert, der die Produktionskapazität schützt und vor Abwanderung bewahrt – insbesondere bei Zulieferern für Leitfirmen wie Ford in Almussafes. Die Sorge ist, dass neue internationale Player lokale Lieferanten marginalisieren könnten.
Aymerich zeigte sich nach dem Treffen bereit, die Vorschläge zum Ministerium und zu relevanten Organen zu tragen. Sie betonte, die Realität der Unternehmen "aus erster Hand" zu kennen, sei essenziell, um Probleme einzugrenzen und Lösungen zu entwickeln. Nicht auf die Unternehmer zu hören, sei "eine Respektlosigkeit".
Frustration und Zukunftsfragen
Die Firmen sprachen auch von einem "wachsenden Überdruss" und "Unternehmer-Frust", besonders in familiengeführten Betrieben. Hinter jedem KMU stecke nicht nur ein ökonomischer, sondern ein sozialer Anreiz. Die Akkumulation von Hindernissen, Ungewissheit und mangelnde Wertschätzung für die unternehmerische Arbeit bringe viele dazu, ihre Zukunft zu überdenken.
Ein weiterer Punkt war der spezifische Unterstützungsbedarf nach der schweren Unwetterkatastrophe (DANA) in der Region. Dies sei eine Chance, das betroffene Industriegewebe wiederaufzubauen und zu modernisieren und seine Resilienz zu stärken – einige Firmen haben die Hilfen laut Bericht noch nicht erhalten.
Die Diskussion verdeutlichte einmal mehr, dass die Wettbewerbsfähigkeit der valencianischen Metallindustrie – ein Schlüsselsektor – nicht nur von eigenen Innovationen, sondern stark von politischen und administrativen Rahmenbedingungen abhängt.