Spaniens stille Katastrophe im Treppenhaus

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Benetússer

Spaniens stille Katastrophe im Treppenhaus

von Redaktion2 Min. Lesezeit

24 Monate, null Fortschritt: Der tägliche Kampf um die Treppe

24 Monate, null Fortschritt: Der tägliche Kampf um die Treppe

Während Politiker in Sonntagsreden den Wiederaufbau beschwören, sieht die Realität in Benetússer ernüchternd aus: Der Aufzug von Rut, Nuria und María Josefa funktioniert noch immer nicht richtig. Der Spiegel, den die Flutwelle vor zwei Jahren mit Schlamm überzog, trägt bis heute die Spuren der Katastrophe. "Wir haben wieder von vorne angefangen und sind genauso weit wie am ersten Tag", klagt Rut gegenüber Europa Press. Die Gemeinschaft wartet seit 18 Monaten auf die erste – nicht einmal vollständige – Reparatur.

Ein Armutszeugnis für das System

Es ist bezeichnend, dass die Bewohner eines einzelnen Wohnblocks in der Valencianischen Gemeinschaft mit denselben Problemen kämpfen wie unmittelbar nach der Flut. Die städtische Infrastruktur, so scheint es, hat für Privatpersonen eine andere Priorität als für Gewerbetreibende. "Warum haben Einkaufszentren keine Schwierigkeiten, Ersatzteile für ihre Aufzüge zu bekommen, während wir hier seit zwei Jahren auf unsere warten?", fragt Rut völlig zu Recht. In einem Land, das von sich behauptet, seine Bürger zu schützen, ist dies ein Armutszeugnis.

"Man lebt, wie man kann"

Die 84-jährige María Josefa, operiert mit Hüftprothese, muss ihre Einkaufstaschen einzeln in den fünften Stock tragen. Ihr Alltag ist eine einzige logistische Meisterleistung. Ihre Nachbarn, die auf eine Knieoperation warten oder an Magenverkleinerung operiert wurden, berichten von kaum vorstellbaren Zuständen: Menschen mit schweren Behinderungen können ihre eigenen vier Wände nicht verlassen, weil kein Aufzug sie nach unten bringt. Ein Bewohner, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist, wurde einfach in eine Zweitwohnung umquartiert – als wäre das die Lösung des Problems.

Die Industrie verteidigt sich – zu Recht?

Emilio Carbonell, Präsident der Aufzugsvereinigung Ascencoval, erinnert an die Dimension der Katastrophe: 7.530 zerstörte Aufzüge, 780 davon noch im September 2025 nicht repariert. "Die Dinge wurden in ihrem eigenen Tempo gemacht, und sie wurden gut gemacht", behauptet er. Mag sein. Aber was ist mit den Menschen, die in diesem "guten Tempo" zurückgelassen werden? Die Zahlen, die Ascencoval selbst liefert, sind eine Anklage gegen ein System, das Prioritäten setzt – nur leider nicht zugunsten der Schwächsten.

Quelle: Wie Europa Press berichtet, kämpfen betroffene Anwohner in Benetússer bis heute mit den Folgen der DANA.


Quelle: europapress.es

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