Spaniens Regierung beschleunigt Dana-Hilfen

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Valencia

Spaniens Regierung beschleunigt Dana-Hilfen

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Ein Bürokratie-Dammbruch gegen die Flut der Anträge

Während die Schäden der Unwetterkatastrophe „Dana Adam“ an der spanischen Mittelmeerküste noch immer sichtbar sind, versucht die Regierung in Madrid nun, ihre eigene Langsamkeit zu überwinden. Die Ankündigung von Wirtschaftsminister Carlos Cuerpo, die betroffenen Gemeinden bereits am Dienstag offiziell zu „Katastrophengebieten“ zu erklären, ist ein längst überfälliger Schritt. Es ist der faktische Schlüssel, der die Schleusen der versprochenen Staatshilfen öffnen soll. Wer angesichts von 13.000 eingegangenen Entschädigungsanträgen – mehr als die Hälfte allein in Oliva – noch von einem „ersten Schritt“ spricht, der offenbart, wie tief die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit in der spanischen Verwaltungskultur oft klafft.

Geschäftigkeit als Beruhigungsmittel?

Cuerpo, der die Krisenregionen Gandia und Oliva besuchte, setzt auf zahlenwirksame Effekte. Das Consorcio de Compensación de Seguros, die staatliche Ausfallbürgschaft für Versicherungsfälle, soll 150 zusätzliche Gutachter einstellen. Eine Maßnahme, die wie ein Pflaster auf einer tiefen Wunde wirkt. Die玄Nachfrage ist enorm: Rund 6.000 Anträge betreffen Wohnungen und Eigentümergemeinschaften, weitere 6.000 betreffen Fahrzeuge – ein klares Menetekel für die Zerstörungskraft der Wassermassen.

Die eigentliche Provokation liegt jedoch in der Selbstzufriedenheit des Ministers. Er verweist stolz auf die Abarbeitung von 99,7 Prozent der Entschädigungsfälle der verheerenden Dana vom Oktober 2024. Lobenswert, mag man denken. Doch diese Zahl ist ein historischer Trost, kein aktuelles Versprechen. Wer heute auf seine Auszahlung wartet, dem hilft die Bilanz von gestern wenig. Die Ankündigung, in den „nächsten Tagen“ die Auszahlung spezifischer Hilfen zu starten, bleibt einem vagen Optimismus verhaftet, der den Unternehmern in der Region Safor, die akut um ihre Liquidität bangen, wie Hohn vorkommen muss.

Lektionen gelernt? Nur bedingt

Immerhin scheint die Regierung aus dem Desaster des Vorjahres gelernt zu haben. Die Lehre: Flexibilität ist gefordert. So will Minister Cuerpo die Kommunen nicht länger mit der Entsorgung von Schutt und Schilf allein lassen. Solidarität wird hier zur Pflichtübung – wenn auch erst nach einem Spitzentreffen mit dem Finanzminister am Mittwoch. Zu kritisieren bleibt, dass die Regierung immer noch auf die Initiative der Zentrale wartet, statt den Lokalpolitikern, die die Schäden direkt vor Augen haben, freie Hand und volle Kassen zu geben.

Die Rechnung ohne den Wirt gemacht?

Die Ankündigungen aus Madrid klingen durchdacht. Doch die eigentliche Bewertung des Schadens steht noch aus. Cuerpo räumt selbst ein, dass man „in der Phase der Bewertung“ stecke. Erfahrungswerte aus der letzten Dana – durchschnittlich 9.000 Euro pro Fahrzeug – mögen als Orientierung dienen. Doch die finanzielle Sprengkraft, die auf den Staat zukommt, ist unabsehbar. Die Politik setzt auf die bewährte Formel aus schnellen Abschlägen und später Nachzahlung. Diese Haltung mag in der Theorie der Krisenbewältigung dienen, in der Praxis aber droht sie erneut das Vertrauen der Bürger in die Schlagkraft des Staates zu verspielen.

Es bleibt zu hoffen, dass der angekündigte Bürokratieabbau mehr ist als eine Nebelkerze des Wahlkampfs. Die Menschen in Gandia und Oliva brauchen keine Absichtserklärungen, sie brauchen Geld auf dem Konto und eine Perspektive für ihre zerstörten Existenzen. Der Weg von der Deklaration zur Auszahlung wird der wahre Lackmustest für diese Regierung sein.

Quellen: Informationen basieren auf Berichten der Nachrichtenagentur Europa Press sowie offiziellen Stellungnahmen des spanischen Wirtschaftsministeriums im Rahmen der Pressekonferenz vom Montag.


Quelle: europapress.es

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