Zweistelliger Millionenbetrag für Malaga: Axarquía bekommt Vorrang

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Málaga

Zweistelliger Millionenbetrag für Malaga: Axarquía bekommt Vorrang

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Die Provinz Málaga wird zum Schauplatz eines milliardenschweren Infrastrukturprojekts: Rund 2,05 Millionen Euro investiert die Diputación in die Erneuerung von Verkehrsschildern und Sicherheitsausstattung entlang ihrer Straßen. Auffällig dabei ist die Schieflage der Prioritäten, denn ein Landstrich sticht deutlich heraus.

Axarquía schöpft ein Drittel des Budgets ab

Während die Region Antequera, das Guadalhorce-Tal und die Serranía de Ronda mit Beträgen zwischen 414.000 und 440.000 Euro vorliebnehmen müssen, fließen in die Comarca Axarquía stolze 771.748 Euro. Das entspricht mehr als einem Drittel der Gesamtsumme – eine Entscheidung, die man als klare Ansage werten kann. Mit 37 Vías ist die Axarquía zwar die am dichtesten besiedelte Zone der Provinzstraßen, dennoch fragen sich Beobachter, warum das Loja-Tor zu Andalusien offenbar als Unfallschwerpunkt gehandelt wird.

Die Verantwortlichen der Diputación verweisen auf den Zustand der Beschilderung. „Viele Schilder sind abgenutzt, verblasst oder durch Vegetation verdeckt", heißt es aus dem Amt für Straßenbau. Das Ziel ist klar: mehr Sicherheit statt Schönheitskorrektur. Bis zu 15.600 neue Verkehrszeichen sollen installiert werden – von klassischen Dreiecks- und Kreisschildern bis hin zu modernen LED-Leuchttafeln. Die Ausschreibung läuft bereits, die Arbeiten sind auf sechs Monate in der Axarquía und vier Monate in den übrigen Zonen angelegt.

Die Illusion der sanften Radar-Keule

Besonders innovativ erscheint der Plan, 27 informative Radarwarnanlagen zu installieren. Die Botschaft: Wir überwachen euch, aber wir kassieren nicht. Die Anlagen zeigen dem Fahrer lediglich seine aktuelle Geschwindigkeit an, ohne Sanktionen auszulösen. Kritiker sehen darin jedoch nur ein Beruhigungspflaster. „Geschwindigkeitsdisplays sind ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn gleichzeitig die Straßenführung mangelhaft ist", so ein Verkehrsexperte aus Málaga. Die eigentliche Gefahr liege in den engen Kurven der Serpentinenstraßen, nicht in der Beschilderung.

Tatsächlich bleibt die Frage offen, welche der 118 betroffenen Straßen zuerst in den Genuss der neuen Ausstattung kommen. Die Provinzverwaltung lässt sich dazu nicht konkret vernehmen – was Raum für Spekulationen im lokalen Politikbetrieb bietet. Werden ausgerechnet die stark frequentierten Pendlerrouten bedient, oder bleibt es wieder bei symbolischem Aktionismus in touristischen Flecken?

Zusätzlich zur vertikalen Beschilderung sollen entlang von 600 Kilometern Fahrbahnmarkierungen repariert werden. Die Linien an Bordsteinen und Mittelstreifen sind oft kaum mehr erkennbar und erhöhen das Risiko für den Gegenverkehr. Die Bewertung der Angebote läuft noch, jetzt heißt es abwarten, welche Firmen zum Zug kommen.

Am Ende zeigt sich: Die Provinz investiert – aber Ungleichgewicht ist Trumpf. Während die Axarquía als prestigeträchtiges Aushängeschild gilt, dürfen sich andere Regionen nicht abgehängt fühlen. Der grüne Politiker Rafael Salas kommentierte gegenüber der Lokalpresse: „Alle Provinzen haben das gleiche Recht auf sichere Straßen. Die Diputación muss herleiten, warum die Axarquía den Vorzug erhält." Eine Forderung, die im Provinzparlament für Diskussionsstoff sorgen dürfte.

Berichtet wird dieses Projekt unter anderem bei AxarquíaPlus, die Details stammen aus den Ausschreibungsunterlagen der Diputación.


Quelle: axarquiaplus.es

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