
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Waffendiebstahl in Polizeistation: Ein Weckruf
Vier Pistolen verschwunden – und keiner hat's gemerkt
Da steht sie wieder, die Frage nach der Sicherheit unserer Sicherheitsbehörden. In einem Polizeipräsidium an der Costa del Sol sollten vier Dienstwaffen sicher verwahrt sein – doch bei der jährlichen Inspektion stellte sich heraus: Sie sind weg. Nicht irgendwo verlegt, sondern mutmaßlich gestohlen.
Routinecheck deckt schlampige Kontrolle auf
Wie die örtliche Zeitung AxarquíaPlus berichtet, entdeckte die Polizei von Rincón de la Victoria das Fehlen der Pistolen erst bei der regulären Waffenkontrolle gemeinsam mit der Guardia Civil. Vier Waffen, die pensionierten Beamten gehört hatten und im Depot der Dienststelle lagerten, waren nicht mehr auffindbar. Man mag kaum glauben, dass ein solches Arsenal nicht täglich überprüft wird – sondern nur einmal im Jahr.
Die Stadtverwaltung zeigt sich kooperativ und hat umgehend Anzeige bei der Guardia Civil erstattet. Das ist richtig und notwendig. Doch es wirft ein schlechtes Licht auf die internen Sicherheitsvorkehrungen der örtlichen Polizei. Wie kann es sein, dass Waffen aus einem verschlossenen Aufbewahrungsort verschwinden, ohne dass jemand es bemerkt? Offenbar sind die Kontrollmechanismen entweder lax oder wurden umgangen.
Ein Einzelfall oder systemisches Problem?
Man könnte nun argumentieren, es handle sich um einen bedauerlichen Einzelfall, um Fehler einzelner Personen. Aber wenn es um Schusswaffen geht, gibt es keine Ausreden. Diese Pistolen sind nicht nur Metallstücke – sie sind potenzielle Mordwerkzeuge, sollten sie in falsche Hände geraten. Die Tatsache, dass sie nicht einem aktiven Beamten zugeordnet waren, macht die Sache nicht besser. Sie hätten längst vernichtet oder sicher verwahrt werden müssen, nicht einfach im Depot lagern.
Die Stadtverwaltung kündigt an, sich als Nebenklägerin zu beteiligen und ein internes Ermittlungsverfahren einzuleiten. Dass sie es für nötig hält, heißt nichts anderes, als dass sie selbst erkennt: Hier ist etwas grundlegend schiefgelaufen. Es reicht nicht, den Vorfall zu verurteilen und auf die Ermittlungen zu verweisen. Es braucht eine gründliche Überprüfung aller Sicherheitsstandards in Polizeidienststellen – nicht nur in Rincón de la Victoria, sondern landesweit.
Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf, dass die Institutionen, die sie schützen sollen, selbst keine Sicherheitslücke darstellen. Der Diebstahl hätte niemals passieren dürfen, und die Verantwortlichen müssen die Konsequenzen tragen. Mehr noch: Es muss sichergestellt werden, dass so etwas nie wieder geschieht. Dafür sind nicht nur die Ermittler der Guardia Civil gefragt, sondern auch die politisch Verantwortlichen, die für die Ausstattung und Kontrolle der Polizei zuständig sind.
Quelle: axarquiaplus.es