Fallas Doppelabend: Liebe und Tod in Jerez

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Jerez de la Frontera

Fallas Doppelabend: Liebe und Tod in Jerez

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Coup zum Jubiläum

Manuel de Falla ist längst kein Stoff für Kennerstuben mehr. Das beweist das Teatro Villamarta in Jerez de la Frontera mit einem in Spanien einzigartigen Projekt: Am 2. und 4. Oktober werden mit „El amor brujo“ und „La vida breve“ zwei Schlüsselwerke des Komponisten an einem Abend gezeigt. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, verbindet das Haus damit die Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag und 80. Todestag des aus Cádiz stammenden Musikers. „Das Teatro Villamarta konnte dieser Verpflichtung nicht den Rücken kehren“, sagt Kulturreferent Francisco Zurita. Zuvor machte das Festival „Jerez on Falla“ in den Atalaya-Museen an drei Tagen Appetit auf das große Ereignis – ein „Appetithappen“, wie Zurita es nennt.

Zwei Frauen, zwei Wege, ein Abend

Natürlich ließe sich einwenden: „El amor brujo“ ist ein Ballett, „La vida breve“ eine Oper – das passt nicht zusammen. Doch Regisseur Carlos Roó sieht es anders. Für ihn sind die Werke zwei Seiten derselben Medaille: zwei Frauen, die mit der Liebe kämpfen. Candelas in „El amor brujo“ befreit sich mit Wut und Feuer vom Geist ihres untreuen toten Mannes und findet neues Glück. Salud in „La vida breve“ hingegen wird von einem wohlhabenden Verführer verführt und sitzengelassen – sie stirbt an gebrochenem Herzen. „Die eine überwindet das Schicksal, die andere wird von ihm überwunden“, fasst Roó zusammen. Er inszeniert beide Stücke in einer abstrakt-symbolischen Ästhetik, in einer Zeit, die „nicht die heutige ist, aber näher wirkt“. So entsteht ein Abend, der Falla nicht museal konserviert, sondern seine modernen Kanten zeigt.

Musikalisches Wagnis mit Tradition

Dass dieses Projekt kein bloßes Experiment ist, dafür steht Carlos Domínguez-Nieto. Der Dirigent leitet die Orquesta Bética de Cámara de Sevilla – jenes Ensemble, das Falla selbst vor über 100 Jahren gründete. Für ihn ist der Abend „komplex, weil musikalisch alles vorkommt“. Der Chor des Teatro Villamarta kommt hinzu. Und mit dem Flamenco-Tänzer Eduardo Guerrero konnte ein Ausnahmekünstler gewonnen werden, der nicht nur die Choreografie von „El amor brujo“ entwickelt, sondern auch den Espectro tanzt. Guerrero nennt seine Aufgabe „eine große Herausforderung“. Das Kostümbild von Jesús Ruiz unterstreicht Fallas Fähigkeit, „Folklore mit Avantgarde zu verschmelzen“. Auf der Bühne stehen unter anderem die aus Jerez stammende Sopranistin Maribel Ortega als Salud, die mit dieser Rolle ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum feiert, Lorena Moreno als Candelas und die Copla-Sängerin Erika Leiva als Cantaora.

Mehr als ein Jubiläumsabend

Die Geschichte von Candelas, die den Geist ihres toten Mannes durch den berühmten „Danza del fuego“ besiegt, und das Schicksal der jungen Salud, die an den gesellschaftlichen Zwängen zerbricht, sind keine historischen Szenen. Sie zeigen, wie aktuell Falla sein kann, wenn man ihn nicht als Folkloristen abtut, sondern als Psychologen der Leidenschaft ernst nimmt. Diese Produktion ist ein Plädoyer dafür, Falla neu zu entdecken – als Komponisten, der das Innenleben seiner Figuren bis ins Mark auslotet.

Quelle: Europa Press


Quelle: europapress.es

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