
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Vier Waffen weg – und niemand will es gewesen sein
Ein Skandal, der nach Verantwortung schreit
Vier Dienstwaffen der Policía Local verschwinden aus dem Arsenal – und die erste Reaktion des Rathauses ist betretenes Schweigen? Wer jetzt noch von einem bloßen Verwaltungsversehen spricht, hat entweder die Realität nicht verstanden oder will sie nicht verstehen. Die Opposition aus PSOE, Con Rincón und Por Mi Pueblo hat jedenfalls völlig zu Recht die Notbremse gezogen und verlangt, was in solchen Fällen das Mindeste sein sollte: eine außerordentliche Plenarsitzung und eine Untersuchungskommission.
Die Fragen, die keiner beantworten will
Es geht nicht um ein paar verlegte Akten. Es geht um Schusswaffen, die eigentlich unter Verschluss gehören, mit Kontrollpflicht, Inventar und eindeutiger Verantwortlichkeit. Doch genau daran scheint es in Rincón de la Victoria gemangelt zu haben. Der sozialistische Sprecher Antonio Sánchez bringt es auf den Punkt, wenn er nach dem letzten physischen Check fragt, nach dem vollständigen Inventar und nach der Person, die für die Aufsicht zuständig war. Das sind keine Detailfragen – das sind die Fragen, die über die Handlungsfähigkeit einer Kommunalverwaltung entscheiden.
Rocío Calderón von Con Rincón legt den Finger in die Wunde: Zwischen dem Zeitpunkt, an dem das Fehlen der Waffen bemerkt wurde, und der Anzeige bei der Guardia Civil liegt ein Zeitraum, den niemand erklären will. Sie fordert Antworten, keine Ausflüchte. Und sie tut gut daran, denn die Bevölkerung hat ein Recht zu erfahren, ob hier möglicherweise vertuscht wurde, was hätte sofort gemeldet werden müssen.
Politische Konsequenzen statt Sonntagsreden
José María Gómez von Por Mi Pueblo verteidigt zu Recht die Polizeibeamten, die nichts mit dem Verschwinden zu tun haben. Aber er fordert ebenso zurecht die Entlassung des Sicherheitsdezernenten – und wenn der Bürgermeister das nicht durchsetzt, muss er selbst die Verantwortung übernehmen. Wer in einer solchen Angelegenheit nicht handelt, macht sich mitschuldig.
Der Bürgermeister Francisco Salado hat bisher geschwiegen. Doch Schweigen ist keine Strategie, es ist ein Eingeständnis. Die Opposition verlangt nicht mehr und nicht weniger, als dass der Rathauschef vor die Kommunalverwaltung tritt und erklärt, wann er von dem Verschwinden wusste, was er unternommen hat und warum die Anzeige so spät erfolgte. Das ist kein parteipolitisches Geplänkel, das ist demokratische Pflicht.
Ein System, das versagt hat
Am Ende geht es um mehr als um vier Waffen. Es geht um die Frage, wie es möglich ist, dass aus einem Polizeirevier Dienstwaffen verschwinden, ohne dass Kontrollen greifen. Die Opposition hat recht, wenn sie darauf poart, dass die strafrechtliche Ermittlung nicht die politische und administrative Aufarbeitung ersetzen kann. Wer jetzt versucht, sich hinter dem laufenden Verfahren zu verstecken, der hat verstanden, worum es geht – und will genau das verhindern.
Die Bürger von Rincón de la Victoria verdienen keine Ausflüchte, sondern Tatsachen. Und wenn sich herausstellt, dass hier tatsächlich jemand geschlampt hat, dann muss das Konsequenzen haben – bis hin zur Abwahl. So wie es der Artikel auf axarquiaplus.es berichtet, fordert die Opposition nicht weniger als vollständige Transparenz. Es wäre an der Zeit, dass der Bürgermeister dieser Forderung endlich nachkommt – bevor das Vertrauen in die kommunale Verwaltung endgültig zerstört ist.
Quelle: axarquiaplus.es