Stilles Gedenken an Flugtagödie JK5022

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Las Palmas de Gran Canaria

Stilles Gedenken an Flugtagödie JK5022

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Vier Orte der Erinnerung auf Gran Canaria

Die Vereinigung der Hinterbliebenen des Fluges JK5022 (AVJK5022) hat am Donnerstag auf Gran Canaria der 154 Todesopfer und 18 Verletzten des Absturzes vom 20. August 2008 gedacht. Wie die Organisation mitteilte, fanden dazu vier getrennte Blumenniederlegungen an drei Orten der Insel statt. Der Auftakt erfolgte um 10:00 Uhr am Denkmal „Luces en el vacío" am Strand von Las Canteras. Eine Stunde später versammelten sich Trauernde auf der „Plaza de la Memoria 20.08.2008" in der Inselhauptstadt. Weitere Zeremonien gab es in Telde am Monolithen der „Plaza del Cristo" am Strand von Ojos de Garza sowie im Garten der Abwesenden („Jardín de Los Ausentes") in der Barranco de las Mimosas, Gemeinde Ingenio.

„Maltrato constante y continuo": Scharfe Vorwürfe an die Justiz

Wie die Interessenvertretung in einem Kommuniqué erläuterte, vollzogen sich die Ehrbezeugungen in diesem Jahr bewusst schweigend. Man sei „erschöpft und schmerzlich enttäuscht" über die Haltung der Justiz, die den 154 Toten, den Überlebenden und ihren Angehörigen über Jahre hinweg „ständige und andauernde Misshandlung" widerfahren lasse. Die Vereinigung beklagt, dass ihre Klagen zur Klärung von Verantwortlichkeiten von den Gerichten nicht angenommen wurden. Bereits die frühere Flugunfalluntersuchungsbehörde CIAIAC hatte die Schuld primär den Piloten zugewiesen.

Die Anwälte und Vertreter der Opfer sehen auch in der Nachfolgebehörde der CIAIAC keine Hoffnung auf Besserung. Man habe „keine Erwartung an einen tiefgreifenden Wandel" bei der Wurzel offizieller Untersuchungen im Transportwesen; die Behörde leide unter denselben Problemen, Methoden und Denkmustern. Zudem kritisierte die AVJK5022, dass der spanische Kongress einen bereits verabschiedeten Untersuchungsbericht, der 18 lebende politisch Verantwortliche benennt, nicht der Staatsanwaltschaft zugeleitet habe.

Im Schatten des offiziellen Gedenktags

Der 20. August ist inzwischen der zweite landesweite Gedenktag für Opfer von Flugzeugunglücken und ihre Familien. Die Vereinigung merkte jedoch an, dass weder im ersten Jahr noch jetzt die offizielle Bedeutung dieses Tages angemessen hervorgehoben worden sei – weder für Opfer innerhalb noch außerhalb Spaniens. Erst der über 14-jährige Druck der Organisation habe die Anerkennung dieses Datums überhaupt ermöglicht.

Ein Abschied mit Weitergabe

Zum Ende ihrer Mitteilung kündigte die AVJK5022 das Auslaufen ihrer Aktivitäten an. Die künftige Arbeit übernimmt die Stiftung A20 für Flugsicherheit. Diese solle das Erbe mit professionelleren Ressourcen fortführen und sich künftig mit Lösungen, Ideen und Verbesserungen im Bereich der Luftsicherheit befassen – mit einem besonderen Augenmerk auf die Betreuung von Opfern und Angehörigen künftiger Unglücke. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, bleiben die zentralen Forderungen der Hinterbliebenen nach vollständiger Aufklärung und rechtlicher Aufarbeitung jedoch weiterhin unerfüllt.


Quelle: europapress.es

Mehr aus Gran Canaria & Kanarische Inseln