
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Nach Flucht und Alkohol: Haft für Todessfahrer
Ein Schock für die Nachbarschaft
Es ist der Albtraum eines jeden Fußgängers: Ein Auto rast heran, der Aufprall, und dann lässt der Fahrer sein Opfer einfach liegen. Was sich am vergangenen Samstagabend im Barrio de Argual in Los Llanos de Aridane ereignete, ist schwer zu ertragen. Eine 75-jährige Frau wurde auf offener Straße von einem Wagen erfasst und erlag noch an Ort und Stelle ihren schweren Verletzungen. Der Fahrer? Er kümmerte sich nicht um die Sterbende, sondern trat aufs Gas und flüchtete.
Die Guardia Civil konnte den Mann jedoch schnell fassen – und was dabei ans Licht kam, lässt einen fassungslos zurück. Der 33-Jährige war nicht nur geflohen, er war offenbar ein wandelndes Sicherheitsrisiko: Er stand unter dem Einfluss von Alkohol und besaß nicht einmal einen Führerschein. Man muss kein Jurist sein, um zu erkennen, dass hier gleich mehrere Straftatbestände in einem einzigen, fahrlässigen Moment zusammenkamen: fahrlässige Tötung, Unfallflucht und zwei Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung.
Kein Raum für Milde
Das Gericht in Los Llanos hat nun ein klares Zeichen gesetzt: Untersuchungshaft. Keine Kaution, keine milderen Maßnahmen. Der Mann bleibt hinter Gittern. Das ist genau die richtige Entscheidung, denn wer sich in diesem Ausmaß über Regeln und Menschenleben hinwegsetzt, der hat jede Form von Vertrauen verspielt. Es darf nicht sein, dass jemand, der betrunken und ohne gültige Fahrerlaubnis durch die Straßen rast, auf freiem Fuß bleibt, nur weil er „kooperativ“ wirkt.
Kritiker mögen einwenden, dass die Unschuldsvermutung gelte und es sich um einen Unfall gehandelt habe. Doch dieser Einwand verfängt nicht. Es war kein Unglück, das sich trotz aller Vorsicht ereignet, sondern die nahezu zwangsläufige Konsequenz aus einem Bündel an bewussten Regelverstößen. Wer alkoholisiert und ohne Fahrerlaubnis ein Fahrzeug führt, nimmt billigend in Kauf, dass andere zu Schaden kommen. Und wer dann auch noch flieht, zeigt eine Gesinnung, die von Verantwortungslosigkeit geprägt ist.
Ein Urteil mit Signalwirkung
Die Entscheidung des Ermittlungsrichters ist ein wichtiges Signal für die Insel. Sie zeigt, dass die Justiz bereit ist, bei schweren Verkehrsdelikten konsequent durchzugreifen. Die Untersuchungshaft ist kein Freibrief für eine spätere Verurteilung, aber sie nimmt einen Menschen aus dem Verkehr, der offenbar nicht in der Lage ist, sich an elementare Regeln zu halten.
Der Fall legt aber auch einen tiefer liegenden Missstand offen: Wie kann es sein, dass ein 33-jähriger Mann ohne Führerschein und mit Alkohol im Blut unbehelligt am Straßenverkehr teilnehmen kann? Die Kontrolldichte auf den Kanarischen Inseln mag an vielen Stellen verbesserungswürdig sein, doch letztlich liegt die Verantwortung beim Einzelnen. Die Justiz kann erst reagieren, wenn es zu spät ist. Die Gesellschaft hingegen kann hinschauen, hinsichtlich solcher Gefährder ein Klima der Ächtung schaffen – bevor ein Menschenleben ausgelöscht wird.
Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, hat der Beschuldigte inzwischen eine Aussage gemacht. An den Fakten ändert das nichts mehr. Eine Frau ist tot, eine Familie trauert. Und ein Mann muss sich nun vor Gericht verantworten. Hoffentlich mit einem Urteil, das diesem schweren Unrecht gerecht wird.
Quelle: europapress.es