Sieben Frauen, 45 Männer: Cervantes-Preis für Cubas

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Madrid

Sieben Frauen, 45 Männer: Cervantes-Preis für Cubas

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Eine Auszeichnung nach Jahrzehnten der Kurzprosa

Die spanische Schriftstellerin Cristina Fernández Cubas ist mit dem Cervantes-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Das gab das Kulturministerium am Dienstag bekannt. Der Preis gilt als die höchste Auszeichnung für spanischsprachige Literatur. Kulturminister Ernest Urtasun begründete die Entscheidung des Jurygremiums mit der „Originalität, Exzellenz und Kohärenz“ eines Werkes, das die zeitgenössische Kurzgeschichte erneuert und die fantastische Literatur in spanischer Sprache verändert habe.

Für Fernández Cubas ist es die bislang letzte Station einer Karriere, die eng mit der Erzählform verbunden ist. Mit der Auszeichnung reiht sie sich in einen exklusiven Kreis ein: Sie ist erst die siebte Frau, die den seit 1976 vergebenen Preis erhält. Dem stehen 45 männliche Preisträger gegenüber. Die erste Frau war 1988 die Philosophin María Zambrano. Es folgten Dulce María Loynaz (1992), Ana María Matute (2010), Elena Poniatowska (2013), Ida Vitale (2018) und Cristina Peri Rossi (2021). Fernández Cubas ist damit die dritte Spanierin nach Zambrano und Matute, die diese Ehrung erhält – 16 Jahre nach Matutes Auszeichnung.

Rückkehr zu den Wurzeln nach einem Jahrzehnt

Die 1945 in Arenys de Mar bei Barcelona geborene Autorin hatte 2025 mit „Lo que no se ve“ (dt. etwa: Was man nicht sieht) nach zehn Jahren Pause wieder einen Erzählband vorgelegt. Der Band umfasst sechs Geschichten, die sich mit Identität, kindlichen Geheimnissen und dem Unerklärlichen beschäftigen. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Europa Press beschrieb sie das Genre als „mysteriös“ und zugleich „tyrannisch“. Jede Geschichte erfordere einen eigenen Entstehungsprozess.

Auf die lange Schaffenspause angesprochen, sagte Fernández Cubas damals: „Ich schreibe nur, wenn mich das, was ich erzählen will, leidenschaftlich interessiert. Zehn Jahre sind wie im Flug vergangen.“ Ihr vorheriger Erzählband „La habitación de Nona“ (2015) war mit dem Nationalpreis für Erzählung ausgezeichnet worden.

Überzeugung von der Gleichwertigkeit der Kurzgeschichte

Bereits 2010 hatte sich Fernández Cubas öffentlich gegen die Geringschätzung der Kurzgeschichte als „kleineres Genre“ gewandt. Vor rund 350 Schülern in Valencia betonte sie, diese literarische Form verlange einen besonderen Leser und lasse keine Fehler zu: Ein einziger Absatz könne eine ganze Geschichte ruinieren. Zugleich vertrat sie die Ansicht, dass Schreiben aus Unzufriedenheit mit der Umgebung entstehe und die Leselust nur durch Begeisterung vermittelt werden könne.

Ihr Debüt gab Fernández Cubas 1980 mit dem Band „Mi hermana Elba“ bei Tusquets. Es folgten unter anderem „Los altillos de Brumal“ (1983), „El ángulo del horror“ (1990), „Con Agatha en Estambul“ (1994) und „Parientes pobres del diablo“ (2006), für den sie den Setenil-Preis erhielt. Die Gesamtausgabe „Todos los cuentos“ (2008) wurde mit mehreren Preisen bedacht, darunter der Ciutat-de-Barcelona-Preis und der Salambó-Preis.

Neben der Kurzprosa veröffentlichte Fernández Cubas auch Romane wie „El año de Gracia“ (1985), der später als Oper vertont wurde, sowie „El columpio“ (1995). Unter dem Pseudonym Fernanda Kubbs erschien 2013 „La puerta entreabierta“. Ihr Theaterstück „Hermanas de sangre“ stammt aus dem Jahr 1998. Mit dem Memoirenband „Cosas que ya no existen“ (2001) gewann sie den NH-Preis für erzählende Publikationen.

Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, ist Fernández Cubas die siebte Frau, die den Cervantes-Preis seit seiner ersten Vergabe im Jahr 1976 erhält. Der Preis ist mit 125.000 Euro dotiert und wird vom spanischen Kulturministerium vergeben. Die feierliche Übergabe findet traditionell am 23. April statt, dem Jahrestag des Todes von Miguel de Cervantes.


Quelle: europapress.es

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