Metallarbeitgeber erhöhen Lohnofferte deutlich

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Murcia

Metallarbeitgeber erhöhen Lohnofferte deutlich

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Deutlich höheres Paket als im Juli

Die Unternehmervereinigung der Metallindustrie in Murcia (FREMM) hat ihre Offerte für den neuen Tarifvertrag nachgebessert. Das neue Paket sieht einen kumulierten Lohnanstieg von 17,89 Prozent über fünf Jahre vor – das sind 12,8 Prozent mehr als noch im Vorfrieden vom 24. Juli. Damals waren 15,86 Prozent über vier Jahre im Gespräch. Vorgelegt wurde das Papier am vergangenen Mittwoch im Rahmen eines Schlichtungstermins.

Die Arbeitgeber sehen sich nun am Zug der Gewerkschaften. Der Vorstoß sei bislang unbeantwortet geblieben, so die FREMM.

Inflationsschutz und Arbeitszeit

Ein zentraler Punkt des neuen Angebots ist der Inflationsschutz. Die FREMM schlägt vor, den Anteil der IPC-Abweichung, der für künftige Gehaltsanpassungen berücksichtigt wird, von 50 auf 70 Prozent anzuheben. Sollte die Teuerung wieder anziehen, könnten die Löhne so stärker an die Preissteigerung gekoppelt werden.

Zudem stockt die Arbeitgeberseite die geplante Arbeitszeitverkürzung auf: Statt der im Juli vereinbarten sieben Stunden sind nun acht Stunden weniger pro Jahr vorgesehen – verteilt über einen längeren Zeitraum. Bereits 2030 sollen Beschäftigte so einen zusätzlichen freien Tag im Jahr erhalten. Gehaltsverbesserungen bleiben davon unberührt, betont die FREMM. Man wolle Familienfreundlichkeit, Erholung und Freizeit stärken und den Beruf attraktiver machen – ohne die Wettbewerbsfähigkeit von rund 8.000 Betrieben zu gefährden.

Schutz bei Betreiberwechsel und Zuschläge

Auch beim Thema Subrogation wurde nachgelegt: Die bereits in Murcia geltende Regelung für die Bereiche Straßenbeleuchtung und Ampelwartung wird auf Cartagena ausgeweitet. Zusätzlich sollen Beschäftigte in öffentlichen Krankenhäusern und Justizvollzugsanstalten der Region abgesichert werden. Bei einem Wechsel des Auftragnehmers bleiben Arbeitsplatz, Betriebszugehörigkeit und Arbeitsbedingungen wie im Vertrag festgelegt bestehen.

Für spezielle Branchen gibt es eigene Zuschläge. Vorgesehen ist ein Industrie- und Petrochemie-Plus von sechs Euro am Tag bei Arbeiten in Raffinerien und Chemieanlagen. Für Werftarbeiter sind 15 Euro täglich für Vorarbeiter und zehn Euro für andere Fachkräfte geplant, ebenfalls gestaffelt eingeführt.

Für Einsätze sind 44 Euro pro Werktag und 70,52 Euro für Samstage, Sonntage und Feiertage im Gespräch.

Höhere Spesen und Stand der Gespräche

Die Arbeitgeber wollen außerdem die Zuschläge für Dienstreisen anheben: Die volle Tagegelder steigen um 27 Prozent, die halben um 23 Prozent. Die Mindestdistanz für deren Bezug sinkt, womit mehr Beschäftigte profitieren würden.

Die FREMM verweist darauf, dass man sich bereits in elf Punkten zu Sicherheit, Gleichstellung, Vereinbarkeit, Rente und Arbeitsrechten geeinigt habe. Von 26 Vertragspunkten seien elf mit den Gewerkschaften konsensfähig. In der Schlichtungsrunde am kommenden Montag erwartet man nun Vorschläge der Gewerkschaften. Man sehe die Verhandlungen in der Endphase und appelliert, den Arbeitskampf zu beenden.

Streikbeteiligung rückläufig

Nach Angaben der FREMM sinkt die Beteiligung am laufenden Streik deutlich: Lag sie am ersten Tag bei 2,8 Prozent, waren es am vierten Tag nur noch 1,9 Prozent – rund 650 von insgesamt 35.000 Beschäftigten. Ein Zeichen für die schrittweise Rückkehr an die Arbeitsplätze.

Der Großteil der rund 8.000 Betriebe in den 45 Gemeinden arbeite normal weiter, so die Arbeitgebervereinigung. Vorfälle konzentrierten sich auf Murcia und Cartagena. Die Daten stützen sich auf eigene Erhebungen über regionale Kontaktnetzwerke, die täglich die Situation vor Ort erfassen.

Wie die FREMM mitteilte, wertet sie den Rückgang der Streikbeteiligung als Bestätigung für die Attraktivität des neuen Angebots.


Quelle: europapress.es

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