
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Murcia verdichtet sein Busnetz
Anpassung an reale Nachfrage
Die Verkehrsbetriebe der spanischen Stadt Murcia stellen ihr urbanes Busnetz ab dem kommenden Sonntag grundlegend um. Nach Angaben der Stadtverwaltung basiert die Neuordnung auf einer detaillierten Einzelanalyse der betroffenen Linien. Berücksichtigt wurden demnach tatsächliche Fahrgastzahlen, aktuelle Reisezeiten sowie Vorschläge von Fahrpersonal, Nutzern und Bürgervereinigungen.
Die Maßnahme betrifft die Linien C1, C2, C3, C5, R12, R14, R20 sowie die Linie R80, die im Zuge der Umstrukturierung in C80 umbenannt wird. Ziel ist es, das Sitzplatzangebot deutlich zu erhöhen, das Streckennetz zu verdichten und direkte Verbindungen zu schaffen.
Flaggschiff-Linie mit neuem Profil
Die bedeutendste Veränderung betrifft die Linie R80, welche die höchste Auslastung im gesamten Netz aufweist. Jährlich nutzen mehr als 600.000 Fahrgäste dieses Angebot. Künftig verkehrt die Linie als C80 und wird nicht mehr durch die enge Calle Correos, sondern über die großzügig dimensionierte Gran Vía geführt. Dieser Schritt erlaubt den Einsatz von Bussen mit größerer Kapazität und soll die Fahrzeiten spürbar verkürzen.
Die tägliche Sitzplatzkapazität auf dieser Route verdoppelt sich von bisher 1.452 auf künftig 3.608 Plätze. Insbesondere die Haltestelle Paseo Florencia im Stadtteil Ronda Sur, die jährlich über 135.000 Fahrgäste zählt, soll von der Aufwertung profitieren. Der neue Linienweg integriert fünf zusätzliche Haltepunkte, darunter die Glorieta de España, die Gran Vía, Santa Isabel, das Areal des ehemaligen Galerías-Kaufhauses sowie die Avenida de la Constitución.
Anbindung der Außenbezirke
Die Linie C5 wird ihr Streckennetz bis in den Ortsteil Zarandona ausdehnen. Dort entsteht eine direkte Anbindung an den Bahnhof der Stadt. Sieben neue Haltestellen entlang der Strecke durch Zarandona und die Avenida Almirante Loaysa erschließen unter anderem die örtliche Kirche und die Einrichtung Astrapace. Die neuen Haltepunkte erleichtern zudem die Nutzung des Park-and-Ride-Platzes an der Loaysa-Allee, von dem aus die Weiterfahrt mit dem Bus möglich ist.
Auch die Linie R12 wird verlängert und endet künftig in der Calle Mayor des Ortsteils Los Garres. Neue Haltestellen in El Majo und am Camino de los Garres verbessern die Erreichbarkeit für die Anwohner. In den Morgenstunden, in denen die Nachfrage am höchsten ist, wird die Fahrzeugflotte dieser Linie verdoppelt.
Optimierung für Gesundheit und Bildung
Die Umstrukturierung betrifft auch die Linien C1 und C2, die nun auf direkteren Routen verkehren. Nach Angaben des Rathauses sollen dadurch kürzere Reisezeiten und eine höhere Pünktlichkeit erreicht werden. Die C1 fährt künftig über die Straßen Vicente Aleixandre und Almela Costa und erhält zwei neue Haltestellen in der Nähe des Sozialzentrums und des Gesundheitszentrums El Infante. Die C2 wird über Pío Baroja und Carmen Conde geführt und bedient eine neue Haltestelle, die den Zugang zum Quirón-Krankenhaus sowie zu den weiterführenden Schulen Floridablanca und Saavedra Fajardo erleichtert.
Erstmals wird die Linie C3 auch nachmittags verkehren und verbessert damit die Anbindung an die Seniorenresidenzen rund um die Ciudad de la Justicia. Die Linie R14 erhält eine direktere Streckenführung mit Startpunkt an der Einrichtung Joven Futura und Zugang zur Avenida Pedro Guillén über den Paseo Villa Carmen. Drei neue Haltestellen in der Plaza Fuensanta, in der Acisclo Díaz und am Paseo Villa Carmen ergänzen das Angebot. Die Linie R20 wiederum stärkt die Verbindungen zum Gesundheitszentrum La Flota, zur Grundschule Luis Costa und zur weiterführenden Schule IES La Flota. Auch der Zugang zum Pendlerparkplatz an der Loaysa-Allee wird verbessert.
Umfassende Informationskampagne
Begleitend zu den Änderungen startet eine Informationsoffensive. Fahrgäste können die neuen Streckenverläufe an den Haltestellen, in den Bussen, auf der Website und in den sozialen Netzwerken des Betreibers einsehen. Die an den Haltestellen angebrachten Hinweisschilder enthalten die vollständigen Linienwege mit allen Haltepunkten in Reihenfolge, Namen und Codes. Neue Haltestellen sind zur besseren Orientierung besonders gekennzeichnet.
Stadtrat José Francisco Muñoz betonte, man wolle sicherstellen, dass alle Fahrgäste die Verbesserungen vom ersten Tag an nutzen können. Die Informationsmaterialien seien entsprechend aufbereitet, damit sich jeder Nutzer problemlos über seine neue Route informieren kann. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, ist die Umstellung für den kommenden Sonntag angesetzt.
Quelle: europapress.es