
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Luxusuhren-Raub: Die schamlose Masche der Diebe
Organisierte Banden zielen gezielt auf Wohlhabende
Es ist ein perfides System, das zeigt, wie dreist und organisiert internationale Diebesbanden in Spaniens Touristenhochburgen agieren. Drei Raubüberfälle, drei teure Uhren, über 262.000 Euro Schaden – und das alles am helllichten Tag, mitten in Palma. Die Täter suchten sich ihre Opfer nicht zufällig aus. Nein, sie observierten, folgten und warteten auf den perfekten Moment. Wer jetzt noch glaubt, ein teures Accessoire sei in Spaniens Städten sicher, dem sei geraten, die Realität zur Kenntnis zu nehmen.
Die Bilanz ist alarmierend: Bei den Überfällen, die sich zwischen Mai und September dieses Jahres ereigneten, wurden die Opfer nicht nur bestohlen, sondern teilweise brutal niedergerissen und mit Gewalt immobilisiert. Ein 37.500 Euro teurer Zeitmesser wurde in La Llotja erbeutet, ein weiterer für 25.000 Euro in der Straße Ramón Llull, und das teuerste Stück – ein Uhrenmodell für stolze 200.000 Euro – verlor ein Tourist im Tiefgaragenbereich des Passeig Mallorca.
Die Polizei hat zugeschlagen – aber ist das genug?
Am Samstagmorgen gelang den Ermittlern des Grupo de Atracos ein entscheidender Schlag: Sie nahmen einen jungen Algerier fest, der sich gerade mit einem Komplizen auf dem Born aufhielt, um offenbar neue Opfer auszuwählen. Der Mann, der bis dato keine polizeilichen Vorerkenntnisse hatte, sitzt nun in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen laufen weiter – doch die Frage bleibt: Wie viele solcher Banden operieren noch unbemerkt?
Die Jefatura Superior de Policía spricht von "maximaler Schwierigkeit" bei den Ermittlungen. Ein Einwand, der irritiert: Wie kann es sein, dass eine Bande, die über Monate hinweg immer wieder zuschlägt, erst nach drei Überfällen und mehreren Monaten Ermittlungsarbeit gestellt werden kann? Die Täter gingen nicht gerade subtil vor – sie rissen Menschen zu Boden, kämpften mit ihren Opfern und flüchteten durch belebte Straßen.
Tourismus-Magnet wird zum Tatort
Palma ist kein Einzelfall, sondern exemplarisch für ein Problem, das ganz Spanien betrifft. Während die Behörden stolz auf ihre Aufklärungsquote verweisen, zeigt der Fall, dass organisierte Banden längst erkennen, wo das Geld liegt: bei Touristen, die mit Luxusuhren im Wert eines Kleinwagens durch die Gegend laufen. Dass die Bande gezielt Paare auswählte, macht die Sache nicht besser. Es zeigt vielmehr, wie professionell diese Gruppierungen ihre Opfer ausspähen.
Die Botschaft an alle Reisenden kann da nur lauten: Wer mit einem Sechsstelligen Betrag am Handgelenk durch Palma flaniert, wird zur Zielscheibe. Die Polizei appelliert an die Vernunft der Urlauber – doch wäre es nicht an der Zeit, dass die Justiz härter durchgreift? Drei Raubüberfälle, ein Festgenommener, keine reuigen Täter.
Die Ermittler haben zumindest einen Teilerfolg erzielt: Der mutmaßliche Haupttäter wurde vor dem Hintergrund seiner Taten dingfest gemacht. Die Untersuchung bleibt offen, weitere Verhaftungen werden erwartet.
Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, bleibt die Jefatura Superior de Policía de Baleares zuversichtlich, die Bande vollständig zu zerschlagen.
Quelle: europapress.es