
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Festnahme nach Sexualdelikt in Palma
Die Nationalpolizei hat in der Hauptstadt Mallorcas einen Mann festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, eine Frau vergewaltigt, festgehalten und mit dem Tod bedroht zu haben. Die Frau hatte er über ein Jobangebot in seine Wohnung gelockt, wie die Behörden mitteilen.
Der Vorfall ereignete sich am vergangenen Montag. Zunächst ging bei der Notrufnummer 091 jedoch eine andere Meldung ein: Eine Frau sei in eine Wohnung eingebrochen und weigere sich, diese zu verlassen. Als die Beamten eintrafen, trafen sie auf die sichtlich aufgewühlte Frau und den Mann, der den Anruf getätigt hatte. Er behauptete, die Frau sei unbefugt in seine Räumlichkeiten eingedrungen.
Die Schilderung der Frau zeichnete ein völlig anderes Bild: Sie sei auf der Suche nach Arbeit gewesen und habe in der Stadt Lebensläufe verteilt. Wegen eines Regenschauers suchte sie in einem Geschäft Schutz. Dort sprach sie der Mann an und bot ihr an, noch am selben Tag eine Reinigungsstelle in seiner Wohnung anzutreten.
Was dann geschah, schildert die Frau als Gewalttat: Während sie putzte, soll der Mann ihr die Hose heruntergezogen und sie vergewaltigt haben. Als sie sich wehrte, habe er sie aufs Bett gestoßen, immobilisiert und gedroht, sie zu töten, falls sie sich nicht füge.
Ein Fluchtversuch über die Terrasse scheiterte. Zwar hörte ein Nachbar ihre Hilferufe, doch aufgrund von Sprachbarrieren begriff er nicht, dass ein Notruf nötig gewesen wäre. Ihr Peiniger drohte ihr daraufhin offenbar: „Entweder du kommst wieder rein oder ich werfe dich runter."
Die Frau gehorchte, doch nutzte sie die Situation, um heimlich ihr Handy zu zücken. Sie nahm mehrere Videos auf, die später zum entscheidenden Beweismittel wurden: Zu sehen ist ein teilweise unbekleideter Mann, zu hören sind Äußerungen, die ihr das Verlassen der Wohnung versagen.
Der Tatverdächtige verlor offenbar die Nerven und wählte selbst den Notruf. Er versuchte, die Lage zu seinen Gunsten zu drehen und die Frau als Einbrecherin darzustellen. Seine Strategie schien ihm klar: Er setzte darauf, dass die Polizei seiner Version eher Glauben schenken würde als der einer Migrantin. Als die Beamten eintrafen, konfrontierte er sie mit den Worten: „Ich kenne jede Menge Polizisten – werdet ihr etwa dieser Immigrantin glauben?"
Doch der Plan schlug fehl. Die Polizisten sahen sich die von der Frau aufgenommenen Videos an und nahmen den Mann spanischer Nationalität fest. Die Vorwürfe lauten auf sexuelle Nötigung sowie Freiheitsberaubung.
Quelle: europapress.es