
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Mallorcas Pflegefamilien stärken ihr Netzwerk
Zusammenkunft im Norden der Insel
In Can Picafort sind am vergangenen Wochenende 26 Pflegefamilien zusammengekommen, die aktuell 42 Minderjährige betreuen. Wie die Inselbehörde mitteilte, stand das Treffen im Zeichen des gegenseitigen Austauschs und der Vernetzung. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Inselrat Mallorca, genauer gesagt vom Institut für Soziale Angelegenheiten (IMAS), in dessen Räumlichkeiten die Abteilung für Familienpflege angesiedelt ist.
Zwei Modelle der Unterbringung
Unter den Teilnehmern befanden sich sowohl sogenannte "Familien auf Zeit" (familias canguro), die Kinder vorübergehend aufnehmen, als auch dauerhafte Pflegefamilien (familias nido). Das Treffen bot den Erwachsenen und Kindern Gelegenheit zu gemeinsamen Aktivitäten sowie informellen Gesprächsrunden, die von Fachleuten des IMAS begleitet wurden.
Appell an die Gesellschaft
Guillermo Sánchez, Präsident des IMAS, betonte den Wert der familiären Aufnahme gegenüber der Heimunterbringung: Wer ein Kind aufnehme, öffne nicht nur die Tür des eigenen Hauses, sondern leiste einen konkreten Beitrag zu dessen Wohlbefinden. Die Veranstaltung diene dazu, den Familien das Gefühl zu geben, mit ihren Herausforderungen nicht allein zu sein. Ähnlich äußerte sich Apol·lònia Socias, Direktorin für Sozialdienste, Kindheit und Familie: Es gebe viele Lebensmodelle, die eine Familie bilden könnten. Man sei auf der Suche nach Menschen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten, die bereit seien, diese Option zu prüfen.
Bedarf an weiteren Interessenten
Aktuell verzeichnet das IMAS 52 Kurzzeitpflegefamilien und 38 Dauergflegefamilien. Parallel zu derartigen Begegnungen laufen nach Angaben der Behörde weitere Kampagnen, um die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und neue Bewerber zu gewinnen, wie die Europa Press berichtet.
Die Resonanz auf das Treffen in Can Picafort zeigt aus Sicht der Organisatoren, dass der Bedarf an Austausch und kollegialer Unterstützung unter den Pflegeeltern groß ist – ebenso wie der Bedarf an zusätzlichen Aufnahmeplätzen für Kinder und Jugendliche auf der Insel.
Quelle: europapress.es