Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Literaturpreis mit politischem Tiefgang und musikalischer Begleitung
Ein Preis etabliert sich international
Der Premio de Novela Ciudad de Estepona verzeichnet in seiner vierten Auflage einen neuen Rekord. Insgesamt 771 Manuskripte aus Spanien, Europa und Lateinamerika wurden für den mit 25.000 Euro dotierten und von der Stadt Estepona und der Fundación Manuel Alcántara organisierten Literaturpreis eingereicht. Diese Zahl setzt den kontinuierlichen Aufwärtstrend der vergangenen Jahre fort und unterstreicht die zunehmend internationale Ausstrahlung des Preises, wie aus den offiziellen Teilnahmezahlen hervorgeht.
Magnus siegt mit fiktiver Nazi-Biografie
Die siegreiche Arbeit steht fest: Der in Deutschland lebende argentinische Schriftsteller Ariel Magnus erhält die Auszeichnung für seinen Roman „Mentir la verdad. Confesiones de un falsario de la política“. Das Buch, das ab dem 6. Mai im Handel erhältlich ist, konstruiert die fiktive Autobiografie von Heinrich Jürges, einem deutschen Nazi-Propagandisten, der später in Südamerika als Informant und Fälscher agiert. Die Handlung, die reale und erfundene historische Figuren wie Perón, Borges und Kafka miteinander verwebt, beleuchtet mit Ironie und Zynismus die Mechanismen von Fake News und politischer Desinformation.
Der Juryvorsitzende Ignacio Martínez de Pisón hob in seiner Begründung, die dem Verlautbarungstext entnommen ist, die literarische Qualität und die beunruhigende Verlässlichkeit der Erzählung hervor: „[Magnus] erzählt alles mit einer solchen Glaubwürdigkeit, dass der Leser zweifelt, was real und was erfunden ist.“ Das Gremium, dem namhafte Autoren, Verleger und Buchhändler angehörten, würdigte zudem den „borgesianischen“ Spielcharakter und die Verbindung zur aktuellen Realität.
Feierlicher Rahmen mit Musik und Gespräch
Die Preisverleihung findet am Donnerstag, dem 30. April, um 19:00 Uhr im Auditorium des Mirador del Carmen in Estepona statt. Der Eintritt ist frei, solange Plätze verfügbar sind. Der Abend wird nach Angaben der Veranstalter musikalisch von einem besonderen Gast gestaltet: Javier Ojeda, der ehemalige Frontmann der legendären Band „Danza Invisible“ und eine der bekanntesten Musikerpersönlichkeiten aus Malaga, wird ein Konzert geben. Ojeda ist für seine Fusion lateinamerikanischer und schwarzer Musikstile bekannt.
Im Anschluss an die Übergabe des Preises wird Ariel Magnus in einem kurzen Gespräch mit Guillermo Busutil, dem Leiter der Aktivitäten der Fundación Alcántara, über sein Werk Auskunft geben. Damit verbindet die Veranstaltung die Ehrung literarischer Arbeit mit einem kulturellen Rahmenprogramm, das über den reinen Akt der Preisübergabe hinausgeht.