Klares Signal für die Costa del Sol: Internationaler Tourismus puffert AVE-Ausfall

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Málaga

Klares Signal für die Costa del Sol: Internationaler Tourismus puffert AVE-Ausfall

von Redaktion

Internationale Gäste stützen Tourismusbeginn

Die spanische Urlaubsregion Costa del Sol hat das erste Quartal des Jahres mit stabilen Besucherzahlen abgeschlossen. Trotz der seit Monaten unterbrochenen direkten Hochgeschwindigkeitszugverbindung (AVE) nach Madrid liegen die Daten nach Branchenangaben auf dem Niveau eines Vergleichszeitraums. Verantwortlich für diese Resilienz sei fast ausschließlich der internationale Tourismus, wie der Exekutiv-Vizepräsident des Hotelverbands Aehcos, Javier Hernández, erläutert. Im März 2025 stellten ausländische Gäste einen Rekordanteil von 78 Prozent der Hotelbelegungen an der Costa del Sol.

Globale Konflikte als Treiber für Nachfrage

Laut Analyse des Hotelverbands haben externe Ereignisse die Nachfrage aus dem Ausland befeuert. Der anhaltende Konflikt im Iran habe dazu geführt, dass wohlhabende Reisende verstärkt auf sicher wahrgenommene europäische Ziele wie die Costa del Sol auswichen. Dieser Effekt habe die negativen Folgen der Zugunterbrechung für den inländischen Tourismus kompensiert. Allerdings, so wurde ebenfalls angemerkt, hätten die gleichen geopolitischen Spannungen zu steigenden Rohstoffpreisen beigetragen.

Ostergeschäft trotz Verkehrshindernis

Auch die zuvor mit Sorge betrachtete Osterwoche fiel nach Branchenangaben positiv aus. Einerseits sorgten Last-Minute-Buchungen und gutes Wetter für einen Schub. Andererseits reagierten viele Hotelbetriebe mit speziellen Angeboten auf die angespannte Verkehrslage. Da die direkte Bahnverbindung fehlte, waren alternative Anreisen per Flugzeug für viele nationale Gäste deutlich teurer geworden. Einige Reisende wichen laut Sergio García, Präsident des andalusischen Reisebüroverbands AEDAV, auf den Umstieg am Bahnhof Antequera aus, um die zeitweise nötigen Bus-Shuttle-Verbindungen zu umgehen.

Politische Debatte um Infrastruktur und Zeitpunkt

Die für den 30. April angekündigte Wiederaufnahme des direkten AVE-Verkehrs löste eine politische Kontroverse aus. Oppositionspolitiker der Partido Popular (PP) warfen der Regierung vor, den Termin auf den Beginn des andalusischen Wahlkampfs abgestimmt zu haben. Der Regierungssubdelegat in Málaga, Javier Salas, wies diesen Vorwurf scharf zurück. In einer Stellungnahme betonte er, die Ankündigung der Bahninfrastrukturgesellschaft Adif vom 16. März habe den Zeitraum „Ende April“ vorgegeben. Die Bekanntgabe des Wahltermins durch den Regionalpräsidenten sei erst am 23. März erfolgt. Unabhängig von dieser Debatte forderte Málagas Bürgermeister Francisco de la Torre, die Wiederinbetriebnahme müsse nachhaltig und sicher erfolgen. Sein zentrales Anliegen ist die dauerhafte Lösung eines Wasserproblems im Tunnel von Valle de Abdalajís, der einen der beiden Streckenstränge blockiert. Derzeit werde nur ein Gleis in Betrieb genommen. De la Torre plädierte für ein horizontales Entwässerungssystem, um das durch einen Aquifer bedingte Risiko dauerhaft zu bannen und die Stammstrecke nach Madrid „perfekt“ und betriebssicher zu machen. Er verwies darauf, solche Eingriffe in Aquifere seien in Spanien keine Seltenheit.

Quellen: Die Informationen basieren auf Angaben des Hotelverbands Aehcos, des andalusischen Reisebüroverbands AEDAV sowie öffentlicher Stellungnahmen des Bürgermeisters von Málaga, Francisco de la Torre, und des Regierungssubdelegaten Javier Salas.

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