Priester wegen sexueller Übergriffe unter Drogen vor Gericht

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Málaga

Priester wegen sexueller Übergriffe unter Drogen vor Gericht

von Clara Weber

Angeklagter soll Vertrauensstellung ausgenutzt haben

Vor der Audiencia Provincial in Málaga hat der Prozess gegen einen 35-jährigen Geistlichen begonnen. Ihm wird vorgeworfen, zwischen 2014 und 2018 vier Frauen unter Drogen gesetzt und sexuell genötigt zu haben. Laut der Anklage nutzte der Priester dabei seine vertrauensvolle Position aus, um die Opfer in Sicherheit zu wiegen, wie mehrere Polizeibeamte vor Gericht bekundeten.

Polizei sicherte umfangreiches Beweismaterial

Einer der Ermittler beschrieb die mutmaßlich verwendete Substanz als transparent und geschmacklos, die zum vollständigen Bewusstseinsverlust führe – ein typisches Merkmal für sogenannte „Chemical-Submission“-Fälle. Die zuständige Leiterin der Sexualdeliktsabteilung schilderte laut Berichten von „Málaga Hoy“, dass auf einem vom Angeklagten übergebenen Datenträger „Hunderte und Aberhunderte“ Dateien mit Aufnahmen sexueller Übergriffe an bewusstlosen Frauen gefunden wurden. Sie seien in Ordnern abgelegt gewesen, die jeweils den Namen einer Frau trugen.

In einem der Videos sei das Gesicht des Priesters „klar“ und mit „libidinöser Haltung“ zu erkennen, während er eine der Frauen missbrauche, so die Aussage. Durch eine Analyse der Metadaten konnten die Ermittler viele der Aufnahmen geografisch und zeitlich genau zuordnen.

Zeuge bestätigt Kontakt zu verdächtiger Substanz

Ein ehemaliger Freund des Angeklagten trat als Zeuge auf. Er schilderte gemeinsame Aufenthalte auf Zeltlagern, bei denen der Priester die Zimmerverteilung vornahm und sich selbst stets ein Bett mit den Frauen teilte – was dem Freund damals im Kontext einer vermeintlichen Freundschaft nicht ungewöhnlich erschien. Der Zeuge gab außerdem an, dass der Beschuldigte ihm einmal auf einem Lager ein Fläschchen mit einer Substanz namens „Alegría“ gezeigt habe, die er aus Amsterdam mitgebracht habe. Angeboten habe er sie ihm nie.

Alle vier identifizierten Opfer gaben während der polizeilichen Befragungen an, sich weder an eine Verabreichung von Drogen noch an die sexuellen Übergriffe erinnern zu können. Der Prozess wird mit weiteren Zeugenvernehmungen fortgesetzt; die Aussage des Priesters selbst steht erst nach Abschluss dieser Phase an.


Quelle: malagahoy.es