Ermittlungen wegen abgelaufener Reagenzien

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Málaga

Ermittlungen wegen abgelaufener Reagenzien

von Clara Weber

Neue Untersuchung nach schweren Vorwürfen im Labor

Die Staatsanwaltschaft in Málaga ermittelt nun doch gegen das Hospital de la Axarquía. Wie die Zeitung Diario SUR berichtet, folgt die Behörde damit einer Anzeige der Gewerkschaft CSIF, die bereits seit März dieses Jahres auf dem Tisch lag. Das Krankenhaus selbst hatte die damalige Beschwerde nach einer internen Prüfung für unbegründet erklärt und das Verfahren eingestellt.

Wurden Patienten gefährdet?

Im Zentrum der Vorwürfe steht der Vorwurf, dass im klinischen Labor des Krankenhauses über Jahre hinweg systematisch abgelaufene Reagenzien verwendet wurden. Konkret soll diese Praxis, wie die Gewerkschaft angibt, bereits seit dem Jahr 2020 üblich gewesen sein. Als Belege legte die CSIF unter anderem Fotos, Chatverläufe und Aussagen von ehemaligen und aktuellen Mitarbeitern vor.

Die Vorwürfe wiegen schwer: Demnach sollen nicht nur Haltbarkeitsdaten missachtet, sondern auch Etiketten manipuliert und Geräteeinstellungen verändert worden sein, um die abgelaufenen Substanzen weiter nutzen zu können. Sollte sich dies bestätigen, wäre die Zuverlässigkeit unzähliger Bluttests und Analysen fraglich. Für die Patienten hätte das fatale Folgen, da fehlerhafte Laborwerte zu falschen Diagnosen oder Behandlungen führen können.

Behörden prüfen Straftatbestand

Die Staatsanwaltschaft hat das Krankenhaus nun aufgefordert, sämtliche relevanten Unterlagen zur Verfügung zu stellen. Ziel ist es, zu klären, ob der Verdacht auf eine Straftat gegen die öffentliche Gesundheit besteht. Die zuständige andalusische Regionalregierung bestätigte, dass man die angeforderten Dokumente bereits übermittelt habe. Weitere Auskünfte wolle man während des laufenden Verfahrens nicht geben. Der Fall zeigt einmal mehr, wie sensibel der Umgang mit medizinischen Verbrauchsmaterialien ist – und welches Risiko für Patienten entsteht, wenn Kontrollmechanismen versagen.


Quelle: axarquiaplus.es