
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Kataloniens Polizei rüstet gegen neue Krawalle auf
Ein Wochenende der Angst?
Wer geglaubt hatte, die Krawalle vom 24. Oktober seien ein einmaliger Ausrutscher gewesen, sieht sich getäuscht. Die katalanische Polizei bereitet sich auf die nächste Runde der Gewalt vor – und zwar mit allen Mitteln. Die Mossos d'Esquadra heben den Sicherheitsapparat auf die höchste Stufe: Level 4, die maximale Eskalationsstufe für Mobilisierungen im öffentlichen Raum. Das ist keine Vorsichtsmaßnahme, das ist eine Kriegserklärung an die Chaoten.
Die Lehren aus dem Chaos
Die Bilanz des vergangenen Samstags war verheerend: 133 Festnahmen, über 600 Identifizierte, geplünderte Geschäfte in der Innenstadt. Wer jetzt noch von "friedlichem Protest" spricht, verhöhnt die Opfer dieser Zerstörungswut. Die Behörden haben daraus ihre Konsequenzen gezogen. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press aus Polizeikreisen erfuhr, wird das neue Aufgebot die Zahl der rund 300 Beamten des letzten Einsatzes "bei weitem" übertreffen.
Der Plan ist ebenso einfach wie effektiv: Wer in den Zug oder Bus steigt, um in Barcelona randaliere zu wollen, soll bereits am Bahnsteig gestoppt werden. Die Strategie der maximalen Identifikation im öffentlichen Nahverkehr zielt gezielt auf jene, die am vergangenen Wochenende aus dem Umland in die Metropole strömten. Die Botschaft ist unmissverständlich: Wir kennen eure Wege, wir kennen eure Methoden.
Ein Katz-und-Maus-Spiel mit fatalen Folgen
Die Polizei hat nach der Schließung von vier Telegram-Kanälen mit über 3.000 Mitgliedern zwar nur noch rund zehn Kanäle im Visier, die kaum Aktivität zeigen. Doch die Erfahrung der letzten Woche gebietet äußerste Skepsis. Für diesen Samstag sind Versammlungen ab 17 Uhr auf der Plaça Catalunya und dem Passeig Lluís Companys angekündigt, ab 20 Uhr folgt der Passeig de Gràcia – ausgerechnet eine der bekanntesten Einkaufsmeilen Europas.
Die Einsatzleitung übernimmt ein zentrales Koordinationszentrum in Sabadell, abgestimmt mit weiteren Kontrollzentren in Barcelona und anderen Städten. Denn die Welle der Gewalt könnte sich ausbreiten: Schon ab Freitagabend sind mögliche Aktionen in Blanes, Terrassa, Reus und El Vendrell registriert, am Samstag drohen Unruhen in Lleida, Badalona, Igualada, Mataró, Girona, Gavà, Figueres und Platja D'Aro.
Die unbequeme Wahrheit
Doch die Realität ist ernüchternd: Bisher blieben alle Versuche, die Krawalle in andere Städte zu tragen, erfolglos. Kein einziger Teilnehmer, keine Zwischenfälle. Die Gewalt konzentriert sich auf Barcelona – und genau das macht die Lage so brisant. Die katalanische Hauptstadt wird zum Brennpunkt einer Bewegung, die offenbar nur eines kann: zerstören.
Kritiker mögen einwenden, dass ein solcher Polizeieinsatz überdimensioniert sei. Doch genau diese Naivität hat uns die Bilder der geplünderten Geschäfte beschert. Die Mossos haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Die Frage ist, ob die Verantwortlichen in der Politik endlich ebenfalls bereit sind, die Kosten der Toleranz gegenüber radikalen Minderheiten zu benennen – oder ob Barcelona weiterhin als Spielwiese für organisierte Randale herhalten muss. Die Antwort könnte schon am Samstagabend auf den Straßen liegen.
Quelle: europapress.es