
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Fünfter Femizid in Katalonien binnen eines Jahres
Behörden bestätigen neuen Fall von geschlechtsspezifischer Gewalt
Die katalanische Regionalverwaltung hat den gewaltsamen Tod einer Frau im Barceloneser Stadtteil Nou Barris offiziell als Femizid eingestuft. Das Ministerium für Gleichstellung und Feminismus sprach den Angehörigen sowie den Nachbarn des Opfers sein Beileid aus. Die Mitteilung erfolgte am Donnerstag im Rahmen einer öffentlichen Stellungnahme.
Mit der Bestätigung dieses Falles steigt die Zahl der registrierten Femizide in Katalonien im laufenden Jahr auf fünf. Die offizielle Statistik der Generalitat weist für das gesamte Vorjahr elf Todesfälle aus, die auf geschlechtsspezifische Gewalt zurückzuführen sind. Darunter befanden sich zehn Frauen sowie ein weiterer Todesfall im direkten Zusammenhang mit partnerschaftlicher Gewalt.
Festnahme und Auffindung des Opfers
Die Ermittlungen führten am Mittwoch zur Festnahme eines Mannes durch die Madrider Gemeindepolizei. Der Verdächtige legte eigenen Angaben zufolge ein Geständnis ab und gab an, für den Tod der Frau verantwortlich zu sein. Bei der anschließenden Durchsuchung der Wohnung in Nou Barris entdeckten Beamte der katalanischen Polizeieinheit Mossos d'Esquadra den leblosen Körper des Opfers.
Langzeitstatistik zeigt Dimension des Problems
Seit Einführung der offiziellen Erfassung im Jahr 2012 verzeichnet Katalonien insgesamt 164 Femizide. Wie die Regionalregierung weiter ausführte, handelt es sich bei 154 der Opfer um Frauen. Die verbleibenden zehn Fälle betreffen Kinder und Jugendliche, die im Kontext männlicher Gewalt gegen Frauen getötet wurden.
Appell an die Gesellschaft
Die Generalitat betonte in ihrer Stellungnahme die gesellschaftliche Tragweite des Themas. Die Beseitigung geschlechtsspezifischer Gewalt sei eine Angelegenheit von landesweiter Bedeutung. Die Behörde rief dazu auf, die Anstrengungen aus allen Bereichen der Gesellschaft zu bündeln, um alle Formen dieser Gewalt zu beenden. Die Regionalverwaltung verwies dabei auf die Notwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens von Politik, Justiz und Zivilgesellschaft. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, stehen die Ermittlungen zu den genauen Todesumständen noch am Anfang.
Quelle: europapress.es