
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Strenge Auflagen nach Krawallen in Barcelona
Konsequenzen für junge Randalierer
Rund eine Woche nach den schweren Krawallen im Zentrum Barcelonas zieht die Justiz erste Konsequenzen. Die Staatsanwaltschaft für Jugendliche hat für einen Teil der festgenommenen Minderjährigen strenge Auflagen beantragt. Konkret fordert sie für sechs Jugendliche die Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung. Weitere 46 Heranwachsende sollen unter verschärfte Bewährungsaufsicht gestellt werden.
Auflagen und Verbote
Die beantragten Maßnahmen für die Jugendlichen, die unter Bewährungsaufsicht gestellt werden sollen, beinhalten ein klares Verbot: Sie dürfen künftig nicht an Demonstrationen teilnehmen oder sich diesen bis auf weniger als 1.000 Meter nähern. Damit will die Behörde offenbar verhindern, dass die Jugendlichen erneut in Gewaltsituationen geraten oder selbst aktiv werden.
Bei den Ausschreitungen am vergangenen Samstag waren insgesamt 130 Personen festgenommen worden. Die Bilanz der Randale ist erheblich: Rund 30 Geschäfte wurden beschädigt oder geplündert. Von den Festgenommenen waren 54 volljährig. Sie kamen zunächst auf freien Fuß, müssen aber mit Auflagen rechnen. Die übrigen 76 Festgenommenen sind minderjährig.
Laufende Verfahren für den Rest
Für die übrigen festgenommenen Jugendlichen, die sich derzeit auf freiem Fuß befinden, laufen die Ermittlungen weiter. Die Staatsanwaltschaft hat angekündigt, täglich etwa acht von ihnen vorzuladen. Die Vernehmungen finden in Anwesenheit der Eltern oder gesetzlichen Vormünder statt.
Im Anschluss an die Befragungen sollen die Jugendlichen von einem Expertenteam begutachtet werden. Auf Basis dieser psychosozialen Berichte will die Staatsanwaltschaft dann über das weitere Vorgehen und mögliche erzieherische Maßnahmen entscheiden.
Vorsorge für neue Proteste
Die Behörden zeigen sich jedoch besorgt über die Ankündigung neuer Proteste für den kommenden Samstag. Offenbar wird in sozialen Netzwerken erneut zu Ausschreitungen aufgerufen. Die Staatsanwaltschaft plant daher, die drei Bereitschaftsgerichte der Stadt personell zu verstärken. Dies soll dann geschehen, wenn die Gerichte mit mehr als zwanzig Polizeiberichten pro Standort konfrontiert werden. Die Justiz reagiert damit auf die Erfahrungen des vergangenen Wochenendes und will für mögliche neue Eskalationen gerüstet sein. Die Polizei in Barcelona steht vor der Herausforderung, das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit zu schützen, gleichzeitig aber eine Wiederholung der Plünderungen und Zerstörungen zu verhindern. Wie die Behörden diese Gratwanderung meistern wollen, bleibt abzuwarten. Die Ereignisse des vergangenen Samstags haben jedenfalls gezeigt, dass die Lage in der katalanischen Metropole angespannt bleiben könnte. Die wirtschaftlichen Schäden für die betroffenen Geschäfte sind erheblich, und viele Ladenbesitzer blicken mit Sorge auf das kommende Wochenende. Die Justiz scheint entschlossen, mit schnellen und deutlichen Maßnahmen ein Zeichen zu setzen, dass Gewalt und Plünderungen nicht toleriert werden. Ob die angekündigten Verstärkungen bei den Gerichten ausreichen, um die erwarteten Verfahren zügig abzuarbeiten, ist eine der Fragen, die sich in den kommenden Tagen beantworten werden. Die Entscheidungen der Staatsanwaltschaft werden zeigen, ob die Maßnahmen als Abschreckung wirken oder ob die Jugendlichen in Barcelona weiterhin auf Konfrontationskurs mit den Behörden gehen. Die kommenden Wochen werden aufschlussreich sein für die Frage, ob die Krawalle ein Einzelfall waren oder ob sich die Gewalt in der Stadt verfestigt. Sowohl die Justiz als auch die Polizei haben angekündigt, wachsam zu bleiben und konsequent zu handeln. Die Bürger Barcelonas hoffen derweil auf eine Beruhigung der Lage. Quelle: Europa Press
Quelle: europapress.es