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E-Scooter-Unfälle: Zehn Prozent der Gesichtsfrakturen
Komplexe Frakturen bei junger Patientengruppe
Eine aktuelle Untersuchung der Abteilung für Plastische Chirurgie des Vall d'Hebron-Krankenhauses in Barcelona liefert neue Daten zu den Folgen von Unfällen mit Elektrokleinstfahrzeugen. Wie die Klinik mitteilt, wurden im Zeitraum von 2020 bis 2024 insgesamt 119 Patienten wegen Gesichtsfrakturen operiert. Bei zwölf dieser Eingriffe, also exakt zehn Prozent, ging dem eine Kollision oder ein Sturz mit einem E-Scooter voraus.
Die Auswertung der Behandlungsdaten ergibt ein spezifisches Verletzungsmuster. Während Schlägereien und klassische Verkehrsunfälle mit jeweils 24 Fällen weiterhin die häufigsten Ursachen für derartige Operationen darstellen, unterscheiden sich die E-Scooter-Unfälle in einem entscheidenden Punkt:Das Durchschnittsalter der betroffenen Patienten liegt bei 27,9 Jahren und damit deutlich unter dem Mittelwert von 40,6 Jahren für alle anderen Unfallursachen in dieser Studie.
Unfallmechanik und Verletzungsschwere
Die Mediziner führen die Schwere der Verletzungen auf die typische Sturzmechanik zurück. Bei einem Sturz werden die Fahrer nach vorne katapultiert, wodurch die kinetische Energie unmittelbar auf das Gesicht einwirkt. Bereits ab einer Geschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde können so selbst widerstandsfähige Knochenstrukturen wie der Unterkiefer brechen, sofern kein geeigneter Schutz getragen wird.
Die operative Versorgung gestaltet sich aufwendig: In 66,7 Prozent der Fälle war der Unterkiefer betroffen, bei 58,3 Prozent der Oberkiefer. In der überwiegenden Zahl der Eingriffe (81,5 Prozent) war eine offene Chirurgie mit interner Fixation erforderlich. Bei 41,7 Prozent der Patienten musste zusätzlich eine kieferorthopädische Stabilisierung vorgenommen werden, um die Bisslage zu sichern.
Medizinische Folgen und Genesungsverlauf
Paradoxerweise benötigten die E-Scooter-Patienten insgesamt kürzere Krankenhausaufenthalte. Die stationäre Behandlung dauerte durchschnittlich 7,7 Tage im Vergleich zu 16,7 Tagen bei anderen Traumapatienten. Auch die Intensivpflichtigkeit war geringer: Nur zwei der zwölf E-Scooter-Verletzten mussten auf der Intensivstation behandelt werden, während dies bei 45,8 Prozent der übrigen Patienten der Fall war.
Gleichzeitig offenbart die Studie eine erhöhte Rate an Komplikationen und Folgeerscheinungen. In 58,3 Prozent der Fälle nach E-Scooter-Unfällen traten unerwünschte Ergebnisse oder bleibende Schäden auf. In der Vergleichsgruppe lag dieser Anteil bei lediglich 26,2 Prozent. Die Autoren der im Fachmagazin 'European Journal of Trauma and Emergency Surgery' veröffentlichten Studie verweisen auf die langfristigen Konsequenzen für die junge Patientengruppe.
Die beiden federführenden Studienautoren Bernat López-Masramon und Alexander Lugilde-Guerbek betonen den präventiven Ansatz. Sie empfehlen das Tragen von Integralhelmen, die den Unterkiefer vollständig abdecken, sowie den vollständigen Verzicht auf Alkohol vor der Fahrt mit dem E-Scooter. Die Studie basiert auf den Daten aller 119 Patienten, die wegen Gesichtsfrakturen operativ behandelt werden mussten. In der Rangfolge der Unfallursachen folgen auf die E-Scooter-Unfälle mit elf Fällen Arbeitsunfälle und mit zehn Fällen selbstzugefügte Verletzungen.
Quelle: europapress.es