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Drei Jahre Haft für Vater nach Schütteltrauma bei Säugling
Gewalt gegen Säugling: Gericht bestätigt Haftstrafe
Ein Vater aus Málaga muss für drei Jahre ins Gefängnis. Das hat der Oberste Gerichtshof von Andalusien (TSJA) nun endgültig entschieden und damit das Urteil der Vorinstanz bestätigt. Der Mann hatte seinen erst eineinhalb Monate alten Sohn so schwer geschüttelt, dass das Baby multiple Hirnblutungen und einen Schädelbruch erlitt.
Tatablauf und Verletzungen
Der Vorfall ereignete sich im Jahr 2020 in der Familienwohnung. Als der Säugling stark zu weinen begann, nahm der Vater ihn hoch und versuchte ihn zu beruhigen. Als das nicht half, packte er das Kind und schüttelte es heftig hin und her. Die Ärzte diagnostizierten das sogenannte Schütteltrauma-Syndrom, das bei Säuglingen zu schweren und oft irreversiblen Schäden führen kann.
Die Liste der Verletzungen war lang: multiple intrakranielle Blutungen, eine Hinterhauptsfraktur und ein äußerer Hydrozephalus. Das Baby musste dreimal operiert werden und brauchte insgesamt 867 Tage, um sich von den akuten Folgen zu erholen. Doch die bleibenden Schäden sind erheblich. Das Kind leidet unter einem postkommotionellen Syndrom, kognitiven Störungen und sichtbaren Narben. Der andalusische Kinderschutzdienst stellte eine Behinderung von 49 Prozent fest und nahm das Kind in Obhut.
Juristische Einordnung
Das Gericht wertete die Tat als fahrlässige Körperverletzung in Verbindung mit familiärem Missbrauch. Neben der Haftstrafe verhängte es ein fünfjähriges Sorgerechtsentzug und ein zweieinhalbjähriges Kontakt- und Annäherungsverbot. Die Mutter des Kindes, die ebenfalls angeklagt war, wurde freigesprochen.
Die Verteidigung hatte versucht, das Urteil anzufechten und argumentierte, die Verletzungen könnten auch vom Geburtsvorgang stammen oder zufällig entstanden sein. Wie die Richter in Málaga bereits feststellten, wies der TSJA diese Einwände nun zurück: Die Beweisaufnahme habe klar gezeigt, dass die Schäden nicht von einer Geburt oder einem Unfall herrühren konnten.
Der Fall ist ein weiteres Beispiel für die oft unterschätzte Gefahr des Schüttelns von Babys. Mediziner betonen immer wieder, dass allein das heftige Hin- und Herbewegen des Kopfes bei Säuglingen zu lebenslangen Behinderungen führen kann, da ihre Nackenmuskulatur noch zu schwach ist, um den Kopf zu stabilisieren. Wie der Fall aus Málaga zeigt, ziehen solche Taten nicht nur medizinische, sondern auch erhebliche strafrechtliche Konsequenzen nach sich.
Quelle: europapress.es