
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Cercanías Málaga: Kritik an „schwarzem Freitag“
Ein weiterer „schwarzer Freitag“ für Pendler
Was war das nur wieder für ein Freitag für die Fahrgäste der Cercanías in Málaga? Mehr als 30 Störungen, mindestens 24 Verspätungen und sieben komplette Zugausfälle – die Bilanz eines einzigen Tages, die für viele tausend Pendler in der Provinz erneut Geduld und Nerven kostete. Für Elías Bendodo, Vizesekretär für Autonome Politik und PP-Spitzenkandidat für den Kongress, ist dies kein Betriebsunfall, sondern ein systemisches Versagen.
„Der Chaos ist zur Gewohnheit geworden“
Bendodo geizt nicht mit deutlichen Worten: Was sich da täglich auf den Gleisen abspiele, sei eine „Schande“. Tausende Arbeitnehmer, Studenten und Familien müssten jeden Morgen aufs Neue hoffen, dass ihr Zug kommt, pünktlich ist und sein Ziel erreicht. „Der Cercanías ist zu einer Lotterie geworden“, so der konservative Politiker. Diese Situation sei jedoch nicht vom Himmel gefallen, sondern die direkte Folge jahrelanger Unterfinanzierung und struktureller Vernachlässigung durch die sozialistische Zentralregierung.
Mangelnde Investitionen als Kernproblem
Besonders die stark frequentierte Linie zwischen Málaga und Fuengirola, die täglich von rund 40.000 Reisenden genutzt wird, gerät ins Visier der Kritik. Bendodo wirft Ministerpräsident Pedro Sánchez und Verkehrsminister Óscar Puente vor, die Provinz systematisch zu benachteiligen. Nicht nur beim prestigeträchtigen AVE-Ausbau nach Madrid werde gespart, auch der dringend benötigte Unterhalt des Vorortnetzes bleibe auf der Strecke. Die Konsequenz: ein Service, der schlicht nicht verlässlich sei.
Zukunftsfragen bleiben unbeantwortet
Über die aktuellen Missstände hinaus richtet Bendodo den Blick auf die geplanten Bauarbeiten im Jahr 2027, wenn ein Abschnitt der C1-Linie für Monate gesperrt werden muss. Seine Frage ist rhetorisch, aber pointiert: Wenn schon jetzt der reguläre Betrieb nicht sichergestellt werden könne, wie solle dann eine tragfähige Alternative für die zehntausenden täglichen Nutzer aussehen? Die mangelnde Planung in dieser Frage sei ein weiterer Beleg für die Unfähigkeit der Regierung.
Seitenhieb auf die Affären im Ministerium
In seiner Stellungnahme zieht Bendodo zudem eine provokante Verbindung zu den aktuellen Untersuchungen im Verkehrsministerium. Während für die Sicherheit und Mobilität der Bevölkerung nie genug Geld da gewesen sei, habe man offenbar stets ausreichend Mittel gefunden, um politische Gefolgsleute in öffentlichen Unternehmen unterzubringen. Ein Zustand, der aus Sicht des PP-Politikers das ganze Ausmaß der Misswirtschaft zeige.
Appell an die Regierung
Am Ende seiner Ausführungen fordert Bendodo ein Umdenken. Málaga dürfe sich nicht daran gewöhnen, dauerhaft mit Verspätungen, Ausfällen und technischen Gebrechen zu leben. Was es brauche, sei eine Kehrtwende: Investitionen, konsequente Wartung und eine verlässliche Planung. Nur so könne der Cercanías wieder das werden, was er sein sollte: ein Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs in einer der wirtschaftlich dynamischsten Regionen Spaniens. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, fielen die Aussagen Bendodos im Rahmen eines Wahlkampftermins in Málaga.
Quelle: europapress.es