
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Zugausfall löst Ansturm auf Busbahnhof aus
Massenandrang nach Streckensperrung
Die Unterbrechung der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Madrid und dem spanischen Süden hat am Mittwoch in Málaga zu erheblichen Beeinträchtigungen geführt. Wie ein Reporter von Europa Press vor Ort bestätigte, bildeten sich bereits in den Morgenstunden lange Schlangen vor der Busstation der andalusischen Hafenstadt. Hunderte gestrandete Bahnreisende erhofften sich dort ein Ersatzticket für die Verbindung in die Hauptstadt.
Auslöser war ein schwerer Unfall in Urda in der Provinz Toledo, der den gesamten Eisenbahnverkehr des Korridors nach Andalusien lahmlegte. Die staatliche Bahngesellschaft Renfe sagte in der Folge sämtliche Verbindungen auf der Strecke ab, wovon tausende Pendlern und Reisende betroffen waren.
Busunternehmen reagiert mit Sonderfahrten
Wie das Busunternehmen InterBus auf Anfrage mitteilte, hat man auf die außergewöhnliche Lage reagiert. Ein Sonderbus sei um 13:45 Uhr mit vier zusätzlichen Fahrzeugen in Richtung Madrid entsandt worden. Zudem kündigte das Unternehmen an, die Kapazitäten auf der stark frequentierten Route Málaga–Madrid im Laufe der Woche weiter aufzustocken.
Dennoch konnten viele Reisende nicht mehr unterkommen. Die Nachfrage überstieg das Angebot bei Weitem, wie die Ereignisse am Busbahnhof zeigten. Mehrere Betroffene berichteten von langen Wartezeiten und ausgebuchten Verbindungen.
Reisende berichten von chaotischen Zuständen
Eine Passagierin namens Mercedes schilderte gegenüber Europa Press ihre vergebliche Suche nach einem Ticket. Nach einer Stunde in der Schlange habe man ihr mitgeteilt, sie solle die App des Unternehmens beobachten. Ob es am heutigen Tag oder Donnerstag weitere Sonderfahrten geben werde, sei unklar. "Man hat mir gesagt, alles sei ausgebucht", so die Frau. Eine Alternative per Flugzeug schloss sie kategorisch aus: "Ein Sitzplatz kostet derzeit 200 Euro." Sie sehe nur die Möglichkeit, sich zu fügen. Kritik übte sie zudem an der mangelnden Information: Der Schalter sei bereits um 14:00 Uhr geschlossen worden, eine persönliche Auskunft nicht möglich gewesen. Stattdessen habe es nur den Hinweis auf die App gegeben. Beunruhigend sei zudem, dass ihr mehrere junge Männer einen Platz in einem Kleinbus Richtung Madrid für stolze 150 Euro angeboten hätten.
Existenzielle Sorgen und horrende Preisvorstellungen
Juan, der aus beruflichen Gründen einen AVE für den Nachmittag um 17:55 Uhr gebucht hatte, zeigte sich pragmatisch. Er habe nach Bekanntwerden der Nachricht sofort ein Busticket gekauft. "Ich bin gerade nochmal davongekommen", sagte er. Für die Rückreise werde er auf das Auto oder das Flugzeug ausweichen müssen.
Ein Ehepaar, Carolina und Francisco, wartete ebenfalls über eine Stunde in der Schlange. Ihr Ziel: ein Flug nach Mexiko, der am Montag vom Madrider Flughafen Adolfo Suárez-Barajas starten soll. Sie hoffen, ihre Reisekette nicht komplett neu planen zu müssen.
Besonders dramatisch ist die Lage für José Enrique. Der 28-Jährige wollte mit dem Zug um 12:30 Uhr nach Madrid, um am Abend einen Flug in seine Heimat Argentinien zu erreichen. "Der Flug geht heute Nacht", erklärte er. Ein Busticket konnte er nicht mehr ergattern, die Preise für alternative Transportmittel seien für ihn unerschwinglich. Er zeigte die Anzeige eines VTC-Fahrdienstes vor: Für die Strecke Málaga–Madrid wurden während der Vormittagsstunden bis zu 1.000 Euro verlangt. Die Lage für viele Reisende bleibt damit auch am späten Nachmittag angespannt. Europa Press berichtete.
Quelle: europapress.es