Adamuz fühlt mit den Opfern von Urda

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Adamuz

Adamuz fühlt mit den Opfern von Urda

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Erinnerungen an die eigene Katastrophe werden wach

Die Nachricht vom schweren Zugunglück in Urda (Toledo) hat in Adamuz tiefe Betroffenheit ausgelöst. Bürgermeister Rafael Ángel Moreno erklärte, die Bilder von der Kollision zwischen einem AVE und einem Iryo-Zug, bei der mindestens 30 Menschen ums Leben kamen, hätten die Erinnerung an das eigene Unglück vor neun Monaten wieder aufleben lassen. Im Januar war in Adamuz ein Iryo-Zug entgleist und anschließend mit einem Alvia kollidiert – 46 Menschen starben, mehr als 120 wurden verletzt.

Moreno hat den Verantwortlichen in der betroffenen Region seine Unterstützung angeboten. Wie er gegenüber Europa Press ausführte, schickte er dem Präsidenten von Kastilien-La Mancha, Emiliano García-Page, sowie dem Bürgermeister von Los Yébenes, Jesús Pérez, Botschaften der Anteilnahme. Auf einen direkten Anruf verzichtete er bewusst: „Ich weiß, in welcher Situation sie stecken – sie erhalten gerade unzählige Anrufe und Nachrichten." Gleichzeitig räumte er ein, dass die aktuellen Opferzahlen die des eigenen Unglücks noch übersteigen.

Mehr als Worte ist aktuell nicht möglich

Der Gemeinderat von Adamuz will ein offizielles Beileidsschreiben veröffentlichen. „In diesen Momenten kann man wenig tun, mehr als das nicht – wir wissen, dass sie völlig überlastet sind", so Moreno. Der Bürgermeister betonte, er könne sich gut in die Lage seiner Kollegen versetzen und wisse, „wie sich das anfühlt, was sie gerade durchmachen". In dem Schreiben spricht der Gemeinderat den Familien und Betroffenen des schweren Eisenbahnunglücks sein tiefstes Beileid aus. Auch den Einsatzkräften gilt der Dank: „Unser Denken ist auch bei allen Menschen, die gerade bei den Rettungsarbeiten, der Versorgung der Verletzten und der Bewältigung des Notfalls arbeiten."

Ermittlungen nach Adamuz-Unfall laufen weiter

Der Unglücksfall in Adamuz ist indes noch nicht aufgearbeitet. Die zuständige Richterin am Gericht in Montoro ermittelt wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und Körperverletzung. Für Mitte November sind Anhörungen von Technikern der Bahnunternehmen Iryo und Renfe sowie von Gutachtern geplant, um die Daten der Blackboxen beider Züge auszuwerten. Die ersten Auswertungen der Aufzeichnungsgeräte erfolgten bereits im März in Madrid.

Ein wichtiger Untersuchungsstrang betrifft den Zustand der Gleise: Zwei Labore sollen prüfen, ob Schotter und Schwellen im Unglücksbereich den Mindestanforderungen entsprachen. Die Ergebnisse werden in einem Gutachten erwartet, das innerhalb von sechs Monaten vorliegen soll. Ein Bericht der Guardia Civil hatte zudem bestätigt, dass die Schiene bereits 22 Stunden vor dem Unglück gebrochen war. Der Fokus der Ermittlungen liegt deshalb auf einem Schienen- oder Schweißnahtbruch. Die drei vom Gericht bestellten Sachverständigen rechnen damit, ihr Gutachten im kommenden Jahr vorlegen zu können.

Wie die Ermittlungen rund um das Zugunglück in Adamuz fortschreiten, berichtete Europa Press bereits ausführlich.


Quelle: europapress.es

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