
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Valencia feiert Rückkehr der Verbenas
Ein Stück Madrid kehrt nach Valencia zurück
Rund eineinhalb Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe, die weite Teile der Provinz Valencia verwüstete, holt das Palau de les Arts Reina Sofía eine abgesagte Premiere nach. Das Opernhaus präsentiert erstmals in seiner Geschichte ein Werk des sogenannten Género Chico. Zur Aufführung kommt der Klassiker "La verbena de la Paloma" von Tomás Bretón.
Die Leitung des Hauses sieht in der Wiederaufnahme des Programms ein bewusstes Signal. Der künstlerische Direktor Jesús Iglesias betonte bei der Vorstellung am Montag, die Produktion sei eine "besondere". Man wolle mit diesem Titel auch ein Stück Normalität zurückgewinnen. Gleichzeitig stelle die Aufführung eine Rückbesinnung auf die Wurzeln der spanischen Lyrik dar, so Iglesias weiter.
Ein Abschied und eine Hommage
Der Premiere voraus geht ein eigenständiger Prolog mit dem Titel "Adiós, Apolo". Das Stück, verfasst von Álvaro Tato, ist eine Hommage an das legendäre Teatro Apolo in Madrid. Das 1894 abgerissene und damals als "Kathedrale des Género Chico" bekannte Haus war der Ort, an dem Bretóns Sainete uraufgeführt wurde.
Die Inszenierung stammt von Nuria Castejón. Sie hat den Prolog als Rückblick konzipiert, in dem die Darsteller vom anstehenden Abriss des Theaters erfahren und sich an vergangene Premieren erinnern. Eine Textzeile von Federico García Lorca verknüpft den Prolog mit der Haupthandlung. Castejón beschrieb das Stück als Liebeserklärung an ein Genre, das mit seinen menschlichen und nahbaren Figuren das Publikum bis heute berühre.
Musikalische Leichtigkeit mit Tiefgang
Die musikalische Leitung liegt bei José Miguel Pérez-Sierra. Der Dirigent, der auch das Teatro de la Zarzuela in Madrid leitet, hob hervor, dass Bretón als gebürtiger Salamancaner die Atmosphäre der Madrider Feste eindrucksvoll eingefangen habe. Für seine neue Bearbeitung habe er bewusst auf "leichte" und dynamische Musiknummern gesetzt, die klassisch und zugleich modern wirken sollten. Die Inszenierung verzichtet dabei nicht auf tänzerische Elemente.
Ensemble mit regionalen und nationalen Größen
Die Hauptrollen übernehmen der galicische Bariton Borja Quiza als Julián und die valencianische Sopranistin Carmen Romeu als Susana. Beide sind dem Valencianischen Publikum aus früheren Produktionen bekannt. Das Ensemble wird ergänzt durch ausgewiesene Spezialisten des Genres wie Milagros Martín oder Emilio Sánchez.
Die Aufführungen sind für den 4., 5., 7. und 8. November im Hauptsaal des Palau de les Arts geplant. Bereits am Montagabend lud das Haus junge Zuschauer unter 29 Jahren zu einer öffentlichen Generalprobe ein, um die spanische Lyrik gezielt einer neuen Generation näherzubringen.
Die Produktion entstand ursprünglich für das Teatro de la Zarzuela in Madrid. Für die Ausstattung zeichnen Nicolás Boni (Bühne), Gabriela Salaverri (Kostüme) und Albert Faura (Licht) verantwortlich. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, steht die Wiederaufnahme des Spielbetriebs nach der Flutkatastrophe symbolisch für den kulturellen Neuanfang in der Region.
Quelle: europapress.es