
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Balearen: 34.000 Euro nötig für Grundbedarf
Wer auf Mallorca, Ibiza oder Menorca leben möchte, braucht dafür offenbar ein üppiges Budget. Die Gewerkschaft CCOO hat berechnet, wie viel Nettoeinkommen nötig ist, um auf den Inseln über die Runden zu kommen – und das Ergebnis liegt deutlich über den aktuellen Durchschnittsgehältern.
Wohnen wird zum dominierenden Kostenfaktor
Für das laufende Jahr setzen die Gewerkschafter die magische Grenze bei 33.963 Euro netto. Das ist der Betrag, der einem Alleinstehenden zur Verfügung stehen muss, um nicht nur das Nötigste zu decken, sondern auch noch ein Minimum an sozialen und kulturellen Aktivitäten zu ermöglichen. Wie die CCOO-Sekretärin für Beschäftigung, Maria Àngels Aguiló, erläutert, liegt dieser Wert um 7,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Noch aussagekräftiger ist der Vergleich mit dem Jahr 2024: Seitdem sind die benötigten Mittel um fast ein Viertel (22,73 Prozent) gestiegen.
Die Hauptlast dieser Entwicklung trägt ein einzelner Posten: die Miete. Die Ausgaben für Wohnraum sind innerhalb eines Jahres um 18,6 Prozent nach oben geschossen und fressen inzwischen den größten Teil des Budgets der Inselbewohner. Damit hat der Wohnungsmarkt die Ernährung und den Transport als teuerste Positionen klar überholt, die nun auf den Plätzen zwei und drei folgen.
Schere zwischen Einkommen und Realität
Die Zahlen verdeutlichen ein eklatantes Missverhältnis: Während die Lebenshaltungskosten immer weiter steigen, hinken die Löhne in vielen Branchen des Dienstleistungssektors hinterher, der auf den Inseln das Rückgrat der Wirtschaft bildet. Der von der Gewerkschaft errechnete Schwellenwert liegt deutlich über dem, was in zahlreichen Jobs im Tourismus oder der Gastronomie tatsächlich ausgezahlt wird.
Für viele Beschäftigte bedeutet das: Trotz Vollzeitstelle bleibt kaum Spielraum für Rücklagen, kulturelle Teilhabe oder gar die Perspektive auf Wohneigentum. Die CCOO fordert mit diesen Zahlen nicht nur eine Debatte über die Lohnpolitik, sondern auch ein Umsteuern bei den Immobilienpreisen. Solange die Mieten auf diesem Niveau bleiben, dürfte sich an der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt der Balearen so schnell nichts ändern. Wie die Gewerkschaft mitteilt, basiert die Berechnung auf den offiziellen Verbraucherpreisdaten und den aktuellen Mietspiegeln der Region.
Quelle: europapress.es