
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Trauer um Fátima Báñez
Ein Abschied im Kreis der Weggefährten
Seit den frühen Morgenstunden reißen die Kondolenzbekundungen nicht ab: Im Tanatorio von Huelva haben sich am Freitag zahlreiche Trauergäste eingefunden, um der ehemaligen Ministerin Fátima Báñez die letzte Ehre zu erweisen. Die Politikerin war am Mittwoch bei einem schweren Zugunglück in der Provinz Toledo ums Leben gekommen. Die Familie hatte die Aufbahrung bewusst öffentlich gestaltet, um allen Bürgern die Möglichkeit zu geben, Abschied zu nehmen. Die Beisetzung selbst soll am Nachmittag im engsten Familienkreis im rund 15 Kilometer entfernten San Juan del Puerto stattfinden.
Politik und Wirtschaft zeigen Anteilnahme
Neben Verwandten und Freunden versammelten sich am Vormittag vor allem Weggefährten aus der Zeit im konservativen Partido Popular (PP). Mit Soraya Sáenz de Santamaría, Ana Pastor und Teófila Martínez kamen gleich mehrere frühere Ministerkolleginnen aus dem Kabinett von Ex-Regierungschef Mariano Rajoy. Auch der frühere PP-Landeschef Javier Arenas sowie der Bundesvizekoordinator der Partei, Elías Bendodo, reisten nach Andalusien, um ihr Beileid auszudrücken.
Besonders groß war die Präsenz aus der Wirtschaft: Antonio Garamendi, Präsident des Arbeitgeberverbandes CEOE, und Lorenzo Amor, Vizepräsident des Verbandes, zollten Báñez Tribut. Sie stand seit 2020 an der Spitze der CEOE-Stiftung. Garamendi sprach angesichts des Unglücks von „tiefer Trauer und Fassungslosigkeit“ und würdigte den Einsatz der Rettungskräfte. Die 59-Jährige war eine der letzten Überlebenden, die aus dem Wrack geborgen wurden.
Ein Leben für die Provinz
In ihrer Heimat hinterlässt Báñez eine große Lücke. Berta Centeno, Delegierte der Regionalregierung in Huelva, würdigte die Verstorbene als „unermüdliche Kämpferin“ mit einem „Herz aus Gold“. Viele Wegbegleiter hoben ihre stets hilfsbereite Art hervor. Neben Kommunalpolitikern aus der gesamten Provinz, darunter die Bürgermeisterin ihres Heimatortes Rocío Cárdenas und der Sevillas José Luis Sanz, kamen auch Vertreter von Hafen und Universität, um Blumen niederzulegen.
Umstrittene Reform, private Karriere
Báñez, geboren 1967 in Huelva, war von 2011 bis 2018 Ministerin für Arbeit und Soziales. In dieser Funktion setzte sie die Arbeitsmarktreform der Regierung Rajoy durch, die Gewerkschaften und politische Gegner scharf kritisierten. Nach dem Misstrauensvotum gegen Rajoy schied sie aus der Politik aus und wechselte in die Privatwirtschaft, wo sie Aufsichtsratsmandate bei Rovi und im Iberdrola-Konzern übernahm. Am Unglückstag war sie auf dem Weg nach Sevilla, wo sie an einem Wirtschaftsforum teilnehmen wollte.
Am Nachmittag wird Bischof Santiago Gómez Sierra die Trauerfeier in der Pfarrkirche San Juan Bautista in San Juan del Puerto leiten, bevor die frühere Ministerin auf dem dortigen Gemeindefriedhof ihre letzte Ruhe findet. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, war es der ausdrückliche Wunsch der Familie, die Verstorbene in ihrer andalusischen Heimat zu bestatten.
Quelle: europapress.es