
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Razzia im höchsten Wolkenkratzer von Benidorm
Kontrolle im Intempo-Turm
Die Polizei hat im prestigeträchtigen Intempo-Wolkenkratzer in Benidorm gleich mehrere offenbar unerlaubte Touristenunterkünfte entdeckt. Wie die Behörden mitteilten, lautet der Verdacht gegen mindestens sieben Wohnungen in dem Doppelturm, dass diese ohne die erforderliche Lizenz als Ferienwohnungen vermietet wurden.
Großaufgebot an Beamten
Bei dem Einsatz Ende Oktober waren rund 40 uniformierte Kräfte der Nationalpolizei und der örtlichen Polizei im Einsatz. Sie durchsuchten stichprobenartig Apartments in beiden Gebäudeteilen des Hochhauses, das zu den Wahrzeichen der Stadt zählt. Zeitgleich sicherte eine spezielle Einsatzeinheit der Nationalpolizei das Umfeld, kontrollierte Personen und Fahrzeuge und unterstützte so die Inspektionsarbeiten.
Nach Angaben der Beamten verlief die Aktion ohne Zwischenfälle. Sowohl die Bewohner des Hauses als auch die dort untergebrachten Gäste zeigten sich kooperativ und ermöglichten den Einsatzkräften die Überprüfungen.
Verschärfte Regeln in der Valencianischen Gemeinschaft
Der Vorfall ist kein Einzelfall, sondern Teil einer gezielten Strategie. Die Kontrollen fallen in den Zuständigkeitsbereich der Stadt Benidorm, die durch ein neues Tourismusgesetz der Regionalregierung mehr Befugnisse bei der Überwachung und Ahndung von Verstößen erhalten hat. Die Novelle legt unter anderem das Prinzip der einheitlichen Betriebsführung fest: Für die Verwaltung einer Ferienwohnung muss es eine einzige, verantwortliche Person oder Firma geben. Dies erleichtert die Zuordnung von Verantwortlichkeiten bei Regelverstößen erheblich.
Die Stadtverwaltung hat die Ermittlungen aufgenommen. Bereits in der Vergangenheit wurden Bußgelder verhängt – in mindestens vier Fällen zahlten die Betroffenen jeweils über 50.000 Euro. Wer die Strafe schnell akzeptierte, konnte die Summe durch Rabatte halbieren.
Auch Meldedaten im Visier
Die Prüfungen könnten für die Eigentümer jedoch noch weitere Folgen haben. Die Polizei wertet derzeit Dokumente aus den Wohnungen aus. Sollten Verstöße gegen die Meldepflicht von Gästedaten vorliegen, drohen neue Verfahren. Die Behörden verweisen auf eine nationale Verordnung, die Betreiber von Unterkünften verpflichtet, die Daten ihrer Gäste zu erfassen und den Sicherheitskräften zugänglich zu machen. Dies sei ein wichtiges Instrument zur Verbrechensbekämpfung.
Verstöße gegen diese Dokumentationspflicht können als Ordnungswidrigkeit mit Geldstrafen von bis zu 30.000 Euro geahndet werden. Die Polizei kündigte an, die Zusammenarbeit zwischen den Behörden zu intensivieren, um illegale Touristenvermietung einzudämmen und für mehr Sicherheit im Stadtbild zu sorgen. Wie die Nationalpolizei betonte, sei das Ziel, die geltenden Gesetze durchzusetzen und sowohl Anwohnern als auch Urlaubern ein sicheres Umfeld zu garantieren.
Die Aktion zeigt, dass die Behörden die Kontrolle des wachsenden Marktes für Ferienwohnungen ernst nehmen. Betreiber von Unterkünften sind gut beraten, die rechtlichen Anforderungen genau zu prüfen und einzuhalten.
Quelle: europapress.es