Trauer und scharfe Worte nach Femiziden

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Valencia

Trauer und scharfe Worte nach Femiziden

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Schweigeminuten in ganz Valencia

Einen Tag nach der Bestätigung der beiden neuen Femizide haben öffentliche Einrichtungen in der Valencianischen Gemeinschaft ihre Anteilnahme bekundet. Vor den Gebäuden der Regionalregierung, der Regierungsdelegation, des Regionalparlaments sowie in mehreren Rathäusern versammelten sich Mitarbeiter und Vertreter zu Schweigeminuten. Die Aktion richtete sich gegen die Tötung von Meriane in Benidorm am vergangenen Sonntag sowie gegen den Mord an Vanessa in Sevilla. In beiden Fällen handelt es sich nach offiziellen Angaben um Fälle von geschlechtsspezifischer Gewalt.

Deutliche Kritik an politischen Taktspielen

Pilar Bernabé, Regierungsdelegierte in der Valencianischen Gemeinschaft, führte den stillen Gedenkakt in Valencia an und nutzte die Gelegenheit für eine ungewöhnlich deutliche Ansprache. Sie sprach den Angehörigen ihr Beileid aus und betonte den Anspruch auf eine lückenlose Aufklärung und Prävention. Zugleich richtete sie sich in scharfem Ton an politische Akteure im ganzen Land. Bernabé kritisierte jene Kräfte, die das Thema der geschlechtsspezifischen Gewalt in Koalitionsverhandlungen instrumentalisierten. Wer hier schweige oder taktiere, füge der Gesellschaft irreparablen Schaden zu, so die Delegierte. Gewalt gegen Frauen sei kein Randphänomen, sondern ein strukturelles Problem, das alle staatlichen Ebenen zum Handeln zwinge.

Bundesweite Statistik erreicht neuen Höchststand

Die Delegierte verwies auf aktuelle Erhebungen, die eine düstere Bilanz zeichnen. Demnach wurden in diesem Jahr bereits 40 Frauen in Spanien infolge geschlechtsspezifischer Gewalt getötet, darunter auch drei Minderjährige. Seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2003 summiert sich die Zahl der Femizide auf 1.381. Zudem seien seit 2013 insgesamt 537 Kinder durch solche Taten zu Waisen geworden – allein in diesem Jahr seien es 27 Fälle. Bernabé bezeichnete diese Entwicklung als "entsetzlich" und appellierte an die gesellschaftliche Verantwortung, nicht wegzusehen.

Kommunen zeigen Solidarität

Vor Ort in Benidorm versammelten sich die Menschen zu einer fünfminütigen Schweigepause. Bürgermeister Toni Pérez sprach von einem brutalen Verbrechen, das durch den Hintergrund der geschlechtsspezifischen Gewalt eine besondere Dimension erhalte. Er forderte ein Umdenken in der Gesellschaft und ein entschlossenes Handeln gegen diese "Geißel". In Alicante schloss sich die Stadtverwaltung unter Führung von Bürgermeister Luis Barcala dem Protest an. Eine Sprecherin des Stadtrats verurteilte den Mord als unerträgliche Attacke auf das Leben und die Familien.

Auch in der Stadt Valencia wurde der Opfer gedacht. Die dortige Bürgermeisterin María José Catalá veranlasste, dass die Schweigeminute zu Beginn der regulären Ratssitzung abgehalten wurde. Ein späterer Termin zur vollen Stunde wäre logistisch schwieriger gewesen, wie die Stadtverwaltung mitteilte.

Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, reihen sich die aktuellen Fälle in eine Serie von Gewalttaten ein, die landesweit Bestürzung auslösen.


Quelle: europapress.es

Mehr aus Valencia & Benidorm & Comunitat Valenciana