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Neun Morde in Andalusien verhindert
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Die spanische Nationalpolizei hat in Ost-Andalusien in diesem Jahr neun Morde im Zusammenhang mit Abrechnungen rivalisierender Organisationen verhindert. Die Täter waren teilweise bereits mit Sturmgewehren und Sprengsätzen ausgerüstet, als die Ermittler eingriffen. Wie die Behörden am Dienstag mitteilten, befanden sich die mutmaßlichen Täter unmittelbar vor der Tatausführung.
Der oberste Polizeichef der Region, Luis Jesús Esteban Lezáun, nannte die Erfolge bei einem Festakt in Granada „Beleg für die Perfomance der Ermittler“. Er verwies darauf, dass die Beamten die Taten „in vollem Ausführungsstadium“ stoppen konnten.
Waffen und Drogen sichergestellt
Bei den Ermittlungen gegen die organisierte Kriminalität beschlagnahmte die Polizei in den vergangenen neun Monaten mehr als 30 Tonnen Haschisch, fünf Tonnen Kokain sowie vier Tonnen verarbeitetes Marihuana. Darüber hinaus stellten die Beamten über 70.000 Cannabispflanzen sicher. Im gleichen Zeitraum fielen den Fahndern mehr als 200 Schusswaffen in die Hände, darunter über 100 Sturmgewehre. Auch 15 Handgranaten wurden konfisziert.
Null Toleranz für Straftäter
Nach Angaben der Behörde konnten in Ost-Andalusien in diesem Jahr alle begangenen Tötungsdelikte aufgeklärt werden. Dies sei bereits das dritte Jahr in Folge, betonte der Polizeichef. Die Erwartung von Straffreiheit für Mörder sei in der Region „exakt null“.
Die Kriminalitätsstatistik zeigt Rückgänge bei bestimmten Delikten: Raubstraftaten mit Gewalt oder Einschüchterung sanken um 1,5 Prozent, Einbruchsdelikte um zehn Prozent. Die Gesamtzahl der Straftaten ging um mehr als zwei Prozent zurück, während die Aufklärungsquote um 2,5 Prozentpunkte stieg und die Zahl der Festnahmen um fünf Prozent zunahm.
Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Tötungsdelikten aus. Diese sanken im Vergleich zum Vorjahr um fast zehn Prozentpunkte – nachdem sie 2025 bereits um 20 Prozent zurückgegangen waren.
Warnung vor Kipppunkt
Der Polizeichef warnte trotz der positiven Zahlen vor einer gefährlichen Entwicklung. Die Faktoren, die in anderen Ländern zur Eskalation von Gewalt geführt hätten, seien zunehmend auch in Spanien und Andalusien vorhanden: massiver Anstieg von Schusswaffen, Drogenhandel, geschwächtes Autoritätsprinzip und die Ansiedlung von Banden aus gewalttätigeren Ländern.
„Diese Zahlen müssen uns beunruhigen“, sagte Esteban Lezáun. Sie machten deutlich, dass die operativen Fähigkeiten des organisierten Verbrechens zunähmen. Länder wie Schweden, Belgien oder Frankreich hätten den Weg von der Sicherheit zur Gewalt bereits durchlaufen – ein Prozess, der nur schwer umkehrbar sei.
Noch sei der Punkt, an dem Ordnung in Chaos umschlage, in Spanien nicht erreicht. Strategien wie die in Andalusien praktizierte zeigten, dass Erfolge möglich seien. Allerdings wären dafür landesweit ausreichende Personal- und Materialausstattung sowie Gesetzesreformen nötig, um den Vormarsch der organisierten Kriminalität kurzfristig zu stoppen und langfristig zurückzudrängen, so der Polizeichef.
Ehrung für Beamte und Musiker
Die Feierlichkeiten in der Jefatura Superior in Granada dienten zugleich der Auszeichnung von 43 Polizisten mit dem Orden des Polizeiverdienstes mit weißem Abzeichen. Die Auszeichnung „Freund der Polizei“ erhielt die Rockband 091, die seit über vier Jahrzehnten den Namen Granadas und die Nummer der Polizei in ganz Spanien bekannt macht.
Weitere Ehrungen gingen an den Staatsanwalt für Hasskriminalität, Jaime García-Torres Entrala, sowie den Leiter des Suchthilfeprojekts Proyecto Hombre Granada, Manuel Mingorance Carmona. Wie auch in den Vorjahren gedachte die Versammlung der im Dienst getöteten Polizisten, während neun pensionierte Beamte und Mitglieder der Vereinigung H-50 die spanische Flagge trugen.
Quelle: europapress.es