Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Neue Sonderpläne zeigen erste Erfolge
Weniger Delikte, mehr Sicherheitsgefühl
Die Kriminalitätsbekämpfung in Katalonien verzeichnet erste, deutliche Erfolge. Wie die Regionalregierung bei der Vorstellung der Ergebnisse ihres “Sonderplans gegen Wiederholungstäter” bekannt gab, sind entsprechende Eigentumsdelikte in den ersten beiden Monaten dieses Jahres um 40 Prozent zurückgegangen. Dieser Rückgang sei besonders auf Hauptverkehrsadern wie der Autobahn AP-7 und im öffentlichen Nahverkehr spürbar, so die Behörden.
Regionalpräsident Salvador Illa betonte, dass insgesamt 9.000 Straftaten weniger registriert wurden. “Die Zahl der Wiederholungstäter sinkt sehr deutlich, und das wirkt sich direkt auf das Sicherheitsgefühl der Menschen aus”, sagte er laut einer Mitteilung der Regierung. Illa forderte die Öffentlichkeit auf, sich angesichts dieser Entwicklung an die aktuellen Zahlen zu erinnern, wenn “apokalyptische Aussagen” zur Sicherheitslage gemacht würden.
Sonderoperationen und beschlagnahmte Waffen
Im Rahmen des Maßnahmenpakets spielen gezielte Polizeioperationen eine zentrale Rolle. Die “Consellera” für Inneres und öffentliche Sicherheit, Núria Parlon, hob insbesondere den “Plan Daga” der katalanischen Polizei Mossos d’Esquadra hervor. Dieser habe zu einem Anstieg der beschlagnahmten Hieb- und Stichwaffen um 26,5 Prozent geführt.
Eine weitere Säule ist der seit April 2025 laufende “Pla Kanpai”. Dieser Sonderfahndungsplan hat laut Parlon seit Jahresbeginn zu einem Rückgang der entsprechenden Kriminalität um 40 Prozent beigetragen. Die Bilanz der Operation: über 32.000 identifizierte Personen, 680 Festnahmen und etwa 2.000 sichergestellte Mobiltelefone. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Autobahn AP-7, wo die Delikte um 37 Prozent reduziert werden konnten. Der nächste Schritt sei nun die Ausweitung der Strategie auf den öffentlichen Personennahverkehr.
Justiz entlastet: Schnellere Verfahren in Barcelona
Die verstärkten Polizeimaßnahmen hatten zunächst zu einem unerwünschten Effekt geführt: Die Gerichte kamen mit der gestiegenen Zahl an Verfahren nicht mehr hinterher. Justizminister Ramon Espadaler beschrieb diesen “Flaschenhals”, der durch die effizientere Polizeiarbeit entstanden war.
Die Antwort des “Sonderplans” war die Einrichtung von vier zusätzlichen Strafgerichten sowie eines dritten Bereitschaftsgerichts in Barcelona, das für Bagatelldelikte zuständig ist. Die Wirkung zeigte sich schnell: Die durchschnittliche Dauer von Schnellverfahren in der Hauptstadt sank von 18 Monaten im Jahr 2024 auf 13 Monate im Jahr 2025. Das Bereitschaftsgericht, das im März 2025 seine Arbeit aufnahm und anfangs noch 8,8 Monate für ein Verfahren benötigte, kommt jetzt nach Espadalers Angaben in durchschnittlich 2,7 Monaten zu einem Urteil. “Es gibt noch viel zu tun, aber wir sind auf dem richtigen Weg”, resümierte der Justizminister.
Neben dem personellen Ausbau seien auch gesetzliche und organisatorische Reformen entscheidend gewesen, um die Verfahren zu beschleunigen und so die Wirkungskette von der Polizei bis zur Justiz zu schließen.