Katalonien: Neue Lehrer-Gehälter und Lehrstühle vereinbart

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Barcelona

Katalonien: Neue Lehrer-Gehälter und Lehrstühle vereinbart

von Clara Weber

Nach drei Wochen mit Streiks, Straßenblockaden und Protesten ist in Katalonien eine Einigung im Tarifkonflikt im Bildungssektor erzielt worden. Die katalanische Bildungsbehörde (Conselleria de Educación) und die größten Lehrergewerkschaften Ustec·Stes und Aspepc·Sps haben nach einem langen Verhandlungsmarathon einen Durchbruch erzielt, wie die Parteien bekanntgaben. Der Kompromiss beendet eine Phase intensiver Mobilisierung.

Kernelemente: Mehr Geld und mehr Stellen

Herzstück des Abkommens ist eine deutliche Gehaltsverbesserung für die Lehrkräfte bis zum Jahr 2029. Laut der Einigung steigt der autonome, also der von Katalonien bestimmte Teil des Gehalts, um knapp 400 Euro. Konkret sind es in der Primarstufe ein kumulierter Anstieg von 384,77 Euro und in der Sekundarstufe von 389,50 Euro. Ein zentraler Bestandteil ist dabei ein neu eingeführter „Lehrer-Zuschlag“ in Höhe von 170 Euro monatlich, der in den letzten Verhandlungsstunden noch einmal um 50 Euro aufgestockt wurde. Zusammen mit den bereits bundesweit vereinbarten Erhöhungen ergibt sich so bis 2029 ein Plus von rund 600 Euro für Grundschullehrer und etwa 634 Euro für Lehrer an weiterführenden Schulen.

Neben den finanziellen Zugeständnissen wurden auch strukturelle Forderungen erfüllt. So sollen in den Jahren 2027 und 2028 jeweils 2.500 neue Lehrstühle („cátedras“) für Sekundarschullehrer ausgeschrieben werden – insgesamt also 5.000 neue Positionen. Außerdem sieht der Plan 6.300 zusätzliche Stellen für das Personal der inklusiven Schule vor, darunter Fachkräfte für frühkindliche Bildung und Spezialisten für Sprachförderung.

Weitere Vereinbarungen: Weniger Bürokratie und kleinere Klassen

Das Paket, über das nun die Lehrerschaft in einer Urabstimmung entscheiden wird, enthält noch weitere Punkte. Die Klassen sollen schrittweise verkleinert werden, auf maximal 20 Schüler in der Grundschule und 25 in der Sekundarstufe. Zudem wird der Abbau von Bürokratie vereinbart und mehr Verwaltungspersonal (PAS) zugesagt. Die jährlichen Ausschreibungen für Stellen werden fortgesetzt, wobei das Ziel ist, innerhalb von zwei Jahren 85 Prozent der Lehrer mit einer festen Stelle zu versorgen. Profilierte Stellen, die oft kritisch gesehen werden, sollen auf maximal drei Prozent begrenzt und Bewerbungsgespräche abgeschafft werden.

Wie aus Kreisen der Verhandlungsteilnehmer berichtet wurde, deuteten am späten Freitagabend Applaus und das Herunterlassen der Jalousien im Verhandlungsraum bereits auf eine Einigung hin. Die achte und entscheidende Verhandlungsrunde hatte sich über den ganzen Tag mit mehreren Stunden Gesprächsdauer hingezogen.

Nicht alle Gewerkschaften unterschreiben

Das Abkommen stellt einen Nachtrag zum bereits im März mit den Gewerkschaften CCOO und UGT geschlossenen Pakt dar. Während Ustec·Stes und Aspepc·Sps den neuen Vertrag mittragen, hat die ebenfalls an den Gesprächen beteiligte Gewerkschaft CGT Ensenyament die Verhandlungen vor Abschluss verlassen. Sie lehnte die Vereinbarung ab und forderte sogar den Rücktritt der Bildungsministerin. Mit der Einigung der größeren Verbände ist der Weg für das Ende der Streikaktionen jedoch geebnet.


Quelle: europapress.es