Murcia pflanzt 700 Bäume zum Codorníu-Jubiläum

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Murcia

Murcia pflanzt 700 Bäume zum Codorníu-Jubiläum

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Neuer Stadtpark als ökologisches Vermächtnis

Die Region Murcia gedenkt am kommenden Wochenende des Ingenieurs Ricardo Codorníu. Aus diesem Anlass wird in der Urbanisation Joven Futura im Stadtteil Espinardo ein neuer Naturpark angelegt. Die Pflanzaktion findet am Sonntag, dem 8. November, statt und verbindet bürgerschaftliches Engagement mit historischer Erinnerung.

Das Projekt sieht die Schaffung einer rund 40.000 Quadratmeter großen Grünfläche vor. Mit mehr als 700 Bäumen soll der Standort nach Fertigstellung der zweitgrößte Park im Gemeindegebiet von Murcia sein – nur das Metropolitane Areal José Ballesta ist umfangreicher.

Gestaffelte Bepflanzung in drei Abschnitten

Die Umsetzung erfolgt in mehreren Phasen. Insgesamt sind 548 neue Großbäume vorgesehen, die in drei Etappen gesetzt werden. Den Auftakt bildet die öffentliche Pflanzaktion am Sonntag, bei der 158 Exemplare in die Erde kommen. Die zusätzlichen Bäume ergänzen den vorhandenen Baumbestand und sollen künftig Schatten für Spaziergänger, Sportler und Erholungssuchende bieten.

In das Areal wird auch die historische Casa Torre Falcón integriert. Das denkmalgeschützte Gebäude aus dem 18. Jahrhundert wird von der Stadt saniert und soll dem Viertel künftig kulturelle Nutzungsmöglichkeiten eröffnen. Die Planungsbehörden berücksichtigten bei der Projektträgerschaft zudem die Nähe zum archäologischen Fundgebiet Senda de Granada.

Breite Bürgerbeteiligung bei der Planung

Bemerkenswert ist der Entstehungsprozess des Parks. Er gilt als erstes Grünareal der Gemeinde, das vollständig partizipativ gestaltet wurde. Die Initiative ging vom Nachbarschaftsverband Joven Futura aus. An der Planung beteiligten sich rund 50 Anwohner direkt – etwa durch Workshops vor Ort oder gemeinsame Begehungen.

Zusätzlich flossen die Ergebnisse einer Online-Befragung mit 410 Antworten, 224 ausgefüllten Fragebögen aus Briefkästen sowie 135 digitalen Beiträgen über eine geografische Anwendung in die Konzeption ein. Die Anwohner forderten unter anderem barrierefreie Wege, schattige Aufenthaltsbereiche, altersgerechte Spielzonen sowie eine stärkere Biodiversität. Auch die Sichtverbindung zur Huerta und zum Torre Falcón spielte in den Vorschlägen eine zentrale Rolle.

Festprogramm mit Pflanzung und Rahmenangeboten

Das Rahmenprogramm am Sonntag dauert von 11.30 bis 16.00 Uhr. Neben der gemeinsamen Pflanzaktion gibt es Yoga-Sitzungen, Kinderaktivitäten, musikalische Begleitung sowie Aufklärungsangebote von Umweltbehörden und der Organisation MurciInsectos. Ein gemeinsames Essen schließt die Veranstaltung ab.

Die Benennung des neuen Parks ist ebenfalls Teil des Konzepts. Der Vorschlag „Recreative Garden Ricardo Codorníu" soll dem Plenum der Stadt vorgelegt werden. Damit knüpft die Kommune an das historische Areal gleichen Namens an, das 1897 in Espinardo als gesellschaftlicher Treffpunkt gegründet wurde. Eine Wiederherstellung des alten Komplexes ist laut Stadtverwaltung nicht beabsichtigt – vielmehr gehe es darum, die Idee der Gemeinschaft an einem modernen Ort fortzuschreiben.

Erinnerung an den Umbau der Sierra Espuña

Wie die Behörden mitteilten, steht die Veranstaltung im Zeichen des 180. Geburtstags des Umweltaktivisten. Codorníu, auch als „Apostel des Baumes" bekannt, prägte die spanische Forstpolitik maßgeblich. Sein bedeutendstes Werk bleibt die hydrologisch-forstliche Wiederherstellung der Sierra Espuña.

Umweltminister Juan María Vázquez betonte bei der Vorstellung den anhaltenden Einfluss von Codorníus Ansatz: Dessen Verständnis von Naturschutz basiere auf Wissenschaft, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe. Der eigentliche Nachlass sei nicht allein die regenerierte Landschaft, sondern ein Bewusstsein für die Pflicht, sie künftigen Generationen zu erhalten.

Die Ehrung folgt auf die Premiere des Dokumentarfilms „El apóstol del árbol" von Antonio José Martínez Bermejo im vergangenen Oktober. Darin kommen Wissenschaftler, Umweltfachleute und Nachfahren des Ingenieurs zu Wort. Parallel dazu laufen derzeit Sanierungsarbeiten am Besucherzentrum Ricardo Codorníu in der Sierra Espuña. Die Maßnahme dient der energetischen Modernisierung des Gebäudes, das vorübergehend geschlossen bleibt.


Quelle: europapress.es

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