Murcias Obstexport boomt trotz Kritik

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Alcantarilla

Murcias Obstexport boomt trotz Kritik

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Bollwerk gegen den Niedergang

Während in Brüssel und Berlin mal wieder über weniger Wasser, strengere Auflagen und mehr Bürokratie für die spanische Landwirtschaft debattiert wird, liefern die Betriebe im Südosten des Landes schlicht die Zahlen, die zählen. Fast 3,4 Milliarden Euro haben die Obst- und Gemüseexporteure der Region Murcia von Januar bis August dieses Jahres umgesetzt. Das sind 174 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum – ein sattes Plus von 5,4 Prozent. Wer jetzt noch behauptet, die intensive Landwirtschaft am Mittelmeer sei ein Auslaufmodell, der ignoriert die Realität gnadenlos.

Investition in die Zukunft statt Stillstand

Doch die Branche ruht sich nicht auf diesen starken Zahlen aus. Nein, sie investiert in die Zukunft – und zwar massiv. Der US-amerikanische Verpackungsriese IFCO, Weltmarktführer für Mehrwegtransportverpackungen, baut in Alcantarilla ein hochmodernes Service- und Waschzentrum. Rund 33 Millionen Euro fließen in eine Anlage mit mehr als 23.000 Quadratmetern Fläche. Ab 2028 sollen dort zunächst vier Linien jährlich 70 Millionen Behälter reinigen und für den Wiedereinsatz vorbereiten. Ein Jahr später verdoppelt sich die Kapazität auf 140 Millionen. Rund 120 Mal soll jeder einzelne Behälter im sogenannten SmartCycle-System genutzt werden können – ein Paradebeispiel für gelebte Kreislaufwirtschaft, wie sie sich Öko-Aktivisten nicht konsequenter ausdenken könnten.

Die Rechnung der Gegner geht nicht auf

Kritiker der exportorientierten Agrarwirtschaft führen seit Jahren ins Feld, dass der immense Wasserverbrauch und der Transport über weite Strecken ökologisch nicht zu verantworten seien. Doch genau diese Argumentation wird durch die jüngsten Entwicklungen ad absurdum geführt. Demonstrativ trafen sich der regionale Landwirtschaftsminister Joaquín Buendía, IFCO-Chef Mike Pooley und Proexport-Präsident Mariano Zapata, um die Weichen für die neue Anlage zu stellen. Buendía betonte dabei das Naheliegende: Ohne geeignete, saubere Verpackungen sei ein Export von frischen Früchten und Gemüse in die Regale der europäischen Supermärkte schlicht unmöglich. Die Nähe des neuen Zentrums zu den Produktionsstätten sei ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

Ein Modell für ganz Europa

Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet Murcia, die Region mit dem größten Wassermangel des Kontinents, zugleich die effizienteste und innovativste Agrarindustrie Spaniens beheimatet. IFCO transportiert weltweit frische Lebensmittel, zu fast 90 Prozent eben jenes Obst und Gemüse, das hier im Süden unter harten Bedingungen kultiviert wird. Das Unternehmen verbindet Produzenten und Handelsketten in mehr als 50 Ländern. Die Ansiedlung des neuen Zentrums ist damit nicht nur ein Jobmotor für Alcantarilla, sondern auch ein klares Bekenntnis zu einem Wirtschaftszweig, der allzu oft als Sündenbock herhalten muss. Wer den Standort Spanien stärken will, muss die Landwirtschaft fördern – nicht strangulieren. Die Zahlen aus Murcia sind ein Beweis dafür, dass dieser Weg möglich ist. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, soll der Bau im Dezember beginnen und die erste Ausbaustufe bis Mai 2027 abgeschlossen sein. Ein Signal, das man in Brüssel durchaus als Handlungsempfehlung verstehen darf.


Quelle: europapress.es

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