Mikroriffe verdoppeln Artenvielfalt in Marbella

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Marbella

Mikroriffe verdoppeln Artenvielfalt in Marbella

von Redaktion1 Min. Lesezeit

Überraschender Effekt im Jachthafen

Im Puerto Deportivo Virgen del Carmen ist die Artenvielfalt innerhalb eines halben Jahres deutlich gestiegen. Schuld daran sind sogenannte Mikroriffe, die dort gezielt platziert wurden. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, wurden in den neuen Strukturen inzwischen 27 verschiedene Arten gezählt – in vergleichbaren Hafenbereichen ohne solche Riffe sind es lediglich elf.

Messbare Verbesserung der Ökologie

Der zuständige Beigeordnete für Umwelt und Häfen, Diego López, spricht von einem „Anstieg der ökologischen Diversität um 60 Prozent“. Besonders bemerkenswert: Fast 90 Prozent der registrierten Biomasse besteht aus Jungfischen. Das deute darauf hin, dass die Riffe nicht nur von sessilen Organismen besiedelt werden, sondern auch als Kinderstube dienen, so López.

Das Projekt umfasst sechs Einheiten namens „Life-Boosting Units“ (LBU), die an zwei Stellen im Hafenbecken installiert wurden. Der sogenannte Shannon-Index, ein Maß für Artenreichtum und Verteilungsgleichgewicht, liegt bei den Riffen im Schnitt bei 1,70 – in den Kontrollzonen ohne Strukturen nur bei 1,06.

Schutzraum für Jungfische und Sepien

Hafendirektor Carlos Romero hebt hervor, dass die gefundenen Fische Größen zwischen sechs und 16 Zentimetern aufweisen. „Das ist eines der interessantesten Ergebnisse, denn die Strukturen werden offenbar gezielt als Schutz- und Wachstumsraum genutzt“, sagt Romero. Neben Fischen siedelten sich auch Algen, Würmer, Krebse, Stachelhäuter und Weichtiere an. Sogar Eier von Sepien wurden entdeckt – ein Zeichen dafür, dass die neuen Lebensräume langsam vollständig kolonisiert werden.

Die Verantwortlichen werten das Projekt als Beleg, dass Hafeninfrastruktur und Meeresschutz nicht im Widerspruch stehen müssen. Vielmehr könnten solche künstlichen Riffe helfen, innerhalb bestehender Hafenanlagen neue ökologische Nischen zu schaffen. Die Behörden kündigen an, die Entwicklung der Mikroriffe weiter zu beobachten und die Daten für künftige Ausbauten zu nutzen. Erste Ergebnisse des Umweltmonitorings hatte die Stadt Marbella bereits im Januar veröffentlicht. Europa Press berichtete zuerst über die aktuellen Zahlen.


Quelle: europapress.es

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