
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Cross de Itálica: Rekordjagd im Schatten Roms
Ein Volksfest mit Ambitionen
Der Cross Internacional de Itálica hat sich längst vom reinen Sportereignis zum gesellschaftlichen Phänomen gemausert. Die 44. Auflage des Traditionsrennens in Santiponce sprengt alle Rekorde: 5.057 gemeldete Athleten – so viele wie nie zuvor in der Geschichte der Veranstaltung. Die Verantwortlichen rechnen sogar mit bis zu 20.000 Besuchern, die das historische Gelände in ein pulsierendes Volksfest verwandeln werden.
Ein Kurs fordert Tribut
Doch wer glaubt, es bleibe beim gemütlichen Massenlauf, irrt gewaltig. Die Organisatoren haben dem Klassiker eine radikale Frischzellenkur verpasst. Der neue Kurs schlängelt sich tiefer in das Areal der römischen Ruinen und bietet spektakuläre Panoramablicke auf das Amphitheater. Doch Vorsicht: Das weichere Terrain ersetzt den gewohnten Albero-Untergrund und wird zur echten Geduldsprobe für die Läufer. Wer hier seine Technik nicht anpasst, wird vom Kurs ausgebremst.
Der deutsche Ausnahme-Läufer Dani Arce, Spezialist über 3.000 Meter Hindernis, weiß um die Tücken der neuen Streckenführung: „Der Parcours ist sehr attraktiv, aber technisch anspruchsvoll", warnt der Burgalese. Seine Empfehlung: Kräfte bündeln und ein strategisches Rennen planen, anstatt blind draufloszustürmen.
Mehr als nur ein Lauf
Für Javier Fernández, Präsident der Provinzregierung von Sevilla, ist die Veranstaltung ein Aushängeschild der Region: „Itálica ist mehr als ein großes Sportereignis – es ist die Marke Sevilla, die Marke Provinz und die Marke Andalusien." Der Cross fungiere als Motor für Wirtschaft, Tourismus und Geschichte gleichermaßen. Harte Fakten untermauern diese These: Von den Schulkategorien bis zur internationalen Elite sind alle vertreten, und das Teilnehmerfeld glänzt mit Namen wie Berihu Aregawi, der nach drei Vizeweltmeistertiteln nun endlich in Itálica triumphieren will: „Dieser Sonntag wird der Tag sein, an dem ich den Titel hole."
Die Favoriten im Visier
Die Vorzeichen für ein packendes Rennen stehen gut. Auf der Frauenliste sorgen die Französin Alice Finot, Vizeeuropameisterin und erklärte Cross-Fan, sowie die Spanierinnen Carolina Robles und María Forero für Spannung. Forero, die das Gesicht der Werbekampagne ist, schwärmt: „Es ist eine Ehre, die Visitenkarte dieses Crosses zu sein." Das Ziel ist klar definiert: ein Platz im Team für die Europameisterschaften im Dezember.
Ein Blick auf das Gesamtbild
Während die Elite also um Prestige und Startplätze kämpft, bleibt der Cross von Itálica vor allem eines: ein Fest für den Breitensport in historisch einmaliger Kulisse. Die Mischung aus Geschichte, Leistungssport und Volksfest ist einzigartig in der internationalen Cross-Szene – und die Rekordzahlen geben der Veranstaltung recht. Wie die Organisatoren mitteilen, hat der Cross Internacional de Itálica seinen Status als Pflichttermin im Kalender eines jeden Läufers erneut untermauert.
Quelle: europapress.es