Krankenstand kostet Granadas Firmen Millionen

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Granada

Krankenstand kostet Granadas Firmen Millionen

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Fehlzeiten auf Höchststand

Die Arbeitsunfähigkeitsquote in der Provinz Granada hat einen historischen Höchststand erreicht. Wie aus Daten des Colegio de Economistas de Granada hervorgeht, fehlen Arbeitnehmer mittlerweile bei 5,1 Prozent aller geplanten Arbeitstage. Seit dem Jahr 2018 ist dieser Wert demnach um beachtliche 44 Prozent gestiegen.

Für die lokale Wirtschaft bedeutet diese Entwicklung einen massiven finanziellen Einschnitt. Allein die direkten Verluste der granadinischen Unternehmen beziffert die Kammer auf rund 220 Millionen Euro jährlich. Rechnet man die Gesamtkosten für die Volkswirtschaft der Provinz zusammen, summieren sich die Ausfälle sogar auf über 450 Millionen Euro pro Jahr – doppelt so viel wie noch vor acht Jahren.

Öffentlicher Dienst besonders betroffen

Ein Blick auf die verschiedenen Sektoren zeigt deutliche Unterschiede: Im öffentlichen Dienst ist die Quote der Arbeitsausfälle um 14 Prozent höher als in der Privatwirtschaft. Auch die Dauer der einzelnen Krankheitsfälle variiert erheblich. Während Beschäftigte im öffentlichen Sektor im Schnitt 59 Tage ausfallen, sind es bei ihren Kollegen in der Privatwirtschaft lediglich 46 Tage.

Wie die Dekanin des Wirtschaftsprüferverbands, Silvia Membrive, gegenüber Europa Press erläutert, trügt der Eindruck, dass nur die Privatwirtschaft unter den Fehlzeiten leide. Zwar tragen private Firmen zunächst einen Großteil der Kosten, doch letztlich finanziere der Staat diese Ausfälle mit – durch die Beiträge zur Sozialversicherung und die Lohnfortzahlung. Im öffentlichen Sektor gehe dies ohnehin direkt zulasten der Allgemeinheit, was letztlich die Qualität der öffentlichen Dienstleistungen beeinträchtige.

Belastung für Teams und Betriebe

Die Folgen für die Unternehmen sind vielfältig. An erster Stelle steht für Membrive die Rentabilität: Firmen zahlen während einer Krankheitsphase weiterhin Sozialabgaben und oftmals auch tariflich vereinbarte Gehaltszuschüsse, erhalten dafür aber keinerlei Arbeitsleistung. Hinzu kommt die Mehrbelastung für die verbleibenden Mitarbeiter, die regelmäßig zusätzliche Aufgaben übernehmen müssten. Dies führe nach Ansicht der Expertin unweigerlich zu Spannungen im Team und beeinträchtige die Produktivität der gesamten Belegschaft.

Ein weiteres Problem stellt die Suche nach Ersatz dar. Gerade bei kurzfristigen Ausfällen ist es für viele Betriebe nahezu unmöglich, schnell qualifiziertes Personal zu finden. Besonders hart trifft dies kleine und mittlere Unternehmen, die das Rückgrat der granadinischen Wirtschaft bilden. In einer Firma mit nur fünf Angestellten bedeutet ein einziger Krankheitsfall bereits einen Arbeitskraftverlust von 20 Prozent.

Appell an die Gesellschaft

Membrive betont, dass der hohe Krankenstand kein isoliertes Problem einzelner Unternehmen sei, sondern die gesamte Gesellschaft betreffe. Sie fordert daher entschlossenere Maßnahmen: eine strengere Kontrolle des Krankheitsmanagements, eine intensivere Betreuung der Betroffenen sowie kürzere Wartezeiten im Gesundheitswesen, um eine schnellere Rückkehr an den Arbeitsplatz zu ermöglichen.

„Wir müssen dieses Thema endlich ernst nehmen", so die Ökonomin. „Die Kosten tragen am Ende wir alle."

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung eines Beitrags von Europa Press.


Quelle: europapress.es

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