Marbella rüstet sich gegen die Algenflut

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

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Marbella rüstet sich gegen die Algenflut

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Der Kampf um den Sand

Marbella zieht die Reißleine. Während sich andere Gemeinden an der Costa del Sol mit bloßen Händen gegen die erstickende Flut der Algen wehren, setzt die Tourismus-Hochburg nun auf brachiale Mechanik. Mit einem millionenschweren Investitionspaket will die Stadtverwaltung ihre 27 Kilometer Küste nicht nur sauber halten, sondern grundlegend neu aufstellen.

Mehr als nur ein Vertrag

Die Botschaft aus dem Rathaus ist eindeutig: Die Zeiten, in denen man die Ankunft der braunen Biomasse als temporäre Naturerscheinung abtat, sind vorbei. Was die Rugulopteryx okamurae, besser bekannt als Asiatische Alge, anrichtet, ist kein Betriebsunfall, sondern eine Dauerbelastung. Der neue Beschluss ist daher nicht weniger als eine Kehrtwende in der Strandpolitik. Man will weg vom Krisenmodus, hin zur permanenten Gefechtsbereitschaft.

Konkret werden über vier Jahre hinweg sechs Millionen Euro in die Hand genommen, um einen Fuhrpark aufzustellen, der sich gewaschen hat. Neben schweren Ungetümen wie Großbaggern und Kipper-Lkw, die Tonnen von Algenbiomasse wegräumen sollen, umfasst das Paket auch einen Flickenteppich an Spezialgeräten. Vom wendigen Bobcat für enge Gassen bis zum Hochdruck-Tankwagen für die Feinarbeit an Flussläufen ist alles dabei. Das ist keine kosmetische Maßnahme, das ist die Einführung des Belagerungszustands gegen die Natur.

Die perfekide Welle der Zerstörung

Kritiker könnten nun einwenden, dass dies nur Symptombekämpfung sei. Richtig, doch angesichts der schieren Dimension des Problems multipliziert sich die Dummheit jener, die glauben, man könne dieses Ökosystem mit Harken und Handschuhen retten. Die invasive Art hat sich in den letzten Jahren explosionsartig vermehrt und bedroht nicht nur den Badekomfort, sondern die gesamte marine Biodiversität. Die Stadtverwaltung hat offenbar erkannt, dass Zögern hier fatal wäre. Der Kampf um den Strand ist auch ein Kampf um die wirtschaftliche Existenzgrundlage.

Nachhaltigkeit als Nebeneffekt

Erstaunlicherweise spielt bei aller Hightech-Aufrüstung auch der Umweltschutz eine Rolle – zumindest am Rande. Die angeschafften Maschinen sollen nicht nur bei Sturmfluten und Hangrutschen schnell reagieren können. Sie ermöglichen auch das Umlagern von Sand, um Erosion entgegenzuwirken. Das ist ein weiterer Baustein, um die Küste langfristig zu sichern.

Der Vorstoß von Marbella ist ein Präzedenzfall für die gesamte Region. Die Frage ist nicht mehr, ob man handelt, sondern wie schnell. Während andere Kommunen noch über Finanzierungsmodelle sinnieren, schafft Marbella Tatsachen. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die teure Technik den Unterschied macht – oder ob die Alge am Ende gewinnt.

Wie das „Diario Sur" berichtet, wird mit dem Vertrag auch die Wartung der örtlichen Flussläufe abgedeckt, was die Infrastruktur der Stadt nachhaltig stärken dürfte. Die Investition ist eine Ansage – an die Natur und an die Konkurrenz.


Quelle: diariosur.es

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