Hitzetote in Spanien steigen weiter

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Spanien

Hitzetote in Spanien steigen weiter

von Jonas Beck

Besorgniserregende Entwicklung

Die Zahl der Todesfälle, die auf extreme Hitze zurückgeführt werden, hat in Spanien in diesem Sommer ein alarmierendes Niveau erreicht. Nach Angaben des staatlichen Sterblichkeits-Monitoringsystems MoMo starben zwischen dem 1. und 15. August dieses Jahres 1.108 Menschen an den Folgen der Temperaturen. Das sind 146 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, als das System 962 Fälle verzeichnet hatte.

Damit liegt die aktuelle Zahl auf dem dritthöchsten Stand seit Einführung der systematischen Erfassung im Jahr 2015. Nur in den Jahren 2018 und 2022 waren die Werte mit jeweils 1.197 und 1.225 Todesfällen noch höher.

Deutliche Unterschiede bei Geschlecht und Alter

Eine Aufschlüsselung der Daten zeigt, dass Frauen stärker betroffen sind als Männer: 670 der Verstorbenen waren weiblich, 438 männlich. Besonders ältere Menschen tragen die Hauptlast: 1.070 der Todesfälle betrafen Personen über 65 Jahre, davon 659 sogar über 85-Jährige.

Regionale Schwerpunkte

Die regionalen Unterschiede sind erheblich. Die höchste Zahl an hitzebedingten Todesfällen verzeichnet Katalonien mit 575 Fällen, gefolgt von Andalusien (105), den Kanarischen Inseln (75), der Valencianischen Gemeinschaft (56) und Kastilien-León (53). Auch in Kastilien-La Mancha (41), Aragonien (35), dem Baskenland (33) und Galicien (31) wurden zahlreiche Fälle registriert. Weitere Regionen wie Madrid (31), Navarra (30), Murcia (12), Kantabrien (12), Asturien (12), Extremadura (4), La Rioja (3), Melilla (1) und die Balearen (1) folgen mit geringeren Zahlen. Für Ceuta weist das System keine hitzebedingten Todesfälle aus.

Gesamtbilanz seit Mai

Seit Aktivierung des nationalen Hitzeplans am 22. Mai und der damit verbundenen täglichen Überwachung durch MoMo summieren sich die geschätzten hitzebedingten Todesfälle auf 4.191. Davon entfallen 123 auf den Mai (ab dem 22. Mai), 936 auf den Juni, 2.024 auf den Juli und die bereits genannten 1.108 auf die erste Augusthälfte.

Diese Zahlen unterstreichen die anhaltende gesundheitliche Belastung durch extreme Wetterereignisse, die mit dem Klimawandel an Häufigkeit und Intensität zunehmen dürften.


Quelle: 20minutos.es