Spanien meldet Epidemie bei Atemwegsinfektionen

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

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Spanien meldet Epidemie bei Atemwegsinfektionen

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Anstieg um fast 30 Prozent innerhalb einer Woche

Die Atemwegsinfektionen in Spanien haben die Epidemie-Schwelle überschritten. Das geht aus dem aktuellen epidemiologischen Bericht des Instituto de Salud Carlos III (ISCIII) hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Demnach stieg die landesweite Rate in der Woche vom 21. bis 27. September von 373 auf 478,2 Fälle pro 100.000 Einwohner. Damit wurde die epidemische Schwelle in diesem Herbst erstmals überschritten – und das früher als in den Vorjahren.

Besonders stark betroffen sind die Jüngsten: Bei Säuglingen unter einem Jahr schnellte die Inzidenz in der Primärversorgung von 2802,3 auf 4013,8 Fälle pro 100.000 Einwohner. Auch bei Kindern zwischen einem und vier Jahren stieg die Rate deutlich von 1554,9 auf 2161,5 Fälle.

Kliniken melden kritische Entwicklung bei Senioren

Während die Gesamtzahl der Krankenhauseinweisungen mit 9,2 Fällen pro 100.000 Einwohner nahezu stabil blieb, zeigt sich bei den über 80-Jährigen ein anderes Bild: Hier stieg die Hospitalisierungsrate für Covid-19 um beachtliche 83 Prozent – von 9,1 auf 16,7 Fälle pro 100.000 Einwohner. Damit haben die Einweisungen in dieser Altersgruppe fast den doppelten Wert erreicht.

Auch bei den Säuglingen unter einem Jahr verzeichneten die Krankenhäuser einen deutlichen Anstieg der Covid-Einweisungen von 1,9 auf 6,2 Fälle. Insgesamt lag die Covid-Rate in der Gesamtbevölkerung bei 29,4 Fällen pro 100.000 Einwohner, nach 21,6 in der Vorwoche. Die saisonale Rate übersteigt damit die Werte der beiden vergangenen Saisons.

Kein Grund zur Panik

Die Sociedad Española de Epidemiología (SEE) sieht die Entwicklung gelassen. Gegenüber 20minutos betonten die Experten, dass das Überschreiten der epidemischen Schwelle zu diesem Zeitpunkt "im Rahmen der Normalität" liege. In früheren Saisons sei dies üblicherweise zwischen der 38. und 39. Kalenderwoche geschehen – aktuell befinde man sich genau in Woche 39.

Der Anstieg sei nicht auf ein einzelnes Virus zurückzuführen, sondern auf die gleichzeitige Zirkulation mehrerer Erreger wie Rhinoviren, Adenoviren oder Parainfluenza. Als Auslöser gelten der Schulstart, die Rückkehr ins Büro und vermehrte Zeit in Innenräumen. Die eigentlichen Grippe- und RSV-Wellen werden erst in den kommenden Wochen erwartet.

„Klassisches Muster“ bei Covid

Die hohe Covid-Inzidenz bei Säuglingen erklären die Epidemiologen mit einem "klassischen Muster": Da das Virus im vergangenen Jahr nur begrenzt zirkulierte, haben die neu geborenen Kinder kaum Immunität aufgebaut. Erwachsene und ältere Kinder verfügen dagegen über einen Immunschutz durch Impfungen oder frühere Infektionen.

Für die kommenden Wochen rechnen die Fachleute nicht mit einer schweren Welle unter gesunden Erwachsenen. Die Prävention konzentriere sich auf die besonders gefährdeten Gruppen. Die saisonale Impfkampagne, die aktuell läuft, sehen die Experten als richtig terminiert – eine Anpassung an mögliche Sommerwellen sei nicht sinnvoll, da sich der genaue Zeitpunkt solcher Ausbrüche nicht vorhersagen lasse.


Quelle: 20minutos.es

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