Madrid weitet Mietrabatt auf ganz Spanien aus

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Spanien

Madrid weitet Mietrabatt auf ganz Spanien aus

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Neuer Schub für den Wohnungsmarkt

Die spanische Zentralregierung verschärft ihren Kurs gegen hohe Mieten: Ein neues Dekret weitet die steuerlichen Vergünstigungen für Vermieter, die ihre Mieten senken, auf das gesamte Staatsgebiet aus. Die Maßnahme, die im Zuge des umstrittenen Falls einer Zwangsräumung in der Region Madrid auf den Weg gebracht wurde, ersetzt die bisherige Regelung, die nur in sogenannten angespannten Gebieten galt. Die Neuerung ist Teil eines umfassenden Pakets, das der Ministerrat am Dienstag gebilligt hat und das seit Mittwoch im Gesetzblatt BOE steht.

Abschied von der Zonen-Logik

Bislang profitieren Vermieter nur dann von einem Steuerabschlag, wenn die Wohnung in einer offiziell als angesespannt deklarierten Zone liegt – eine Regelung, die bislang nur in Teilen Kataloniens, des Baskenlandes, Navarras, Galiciens und Asturiens greift. Der neue Erlass sprengt diese geografische Begrenzung: Die Steuerermäßigung gilt nun überall im Land, unabhängig von der regionalen Wohnungsmarktlage. Das bringt vor allem jene Regionen ins Spiel, deren konservative Landesregierungen eine solche Deklaration bisher strikt ablehnen.

Volle Entlastung bei spürbarer Senkung

Der zentrale Anreiz: Wer einen Mietvertrag neu abschließt und die Kaltmiete um mehr als fünf Prozent gegenüber dem Vorgängermietvertrag senkt, kann die gesamte Steuerermäßigung von 100 Prozent einstreichen – vorausgesetzt, es handelt sich um denselben Mieter. Diese Konstellation gab es zwar auch schon im Wohnungsgesetz, doch dort war der Rabatt auf 90 Prozent gedeckelt und an die Bedingung der angespannten Zone geknüpft. Auch ein Vertragsabschluss mit einem neuen Mieter kann voll belohnt werden, sofern die Miete ebenfalls um mindestens fünf Prozent fällt und der geforderte Preis unter dem offiziellen Referenzindex des Bauministeriums liegt, der eine Preisspanne für jede Immobilie je nach Lage und Ausstattung definiert.

Junge Mieter im Fokus

Das neue Regelwerk differenziert zudem bei der Förderung von Jungmietern: Wer an eine Person zwischen 18 und 35 Jahren in einer angespannten Zone vermietet, erhält künftig 95 Prozent Steuerabzug – aber nur, wenn gleichzeitig die Miete um mehr als fünf Prozent reduziert wird. Außerhalb der angespannten Zonen gibt es für denselben Fall immerhin noch 85 Prozent. Die Regierung setzt damit auf Anreize statt auf Verbote, betont aber, dass die Steuererleichterungen nicht nur belohnen, sondern auch sanktionieren können.

Strafsteuer bei Mietpreisaufschlägen

Denn wer die Miete erhöht, wird zur Kasse gebeten: Steigt der Preis um bis zu fünf Prozent, sinkt die Steuerermäßigung auf 40 Prozent – bei einem Anstieg von über 20 Prozent bleibt nur noch ein Abzug von 15 Prozent. Wer den Preis hingegen stabil hält (abgesehen von der regulären jährlichen Anpassung), kann weiterhin mit 50 Prozent Rabatt kalkulieren. Diese Staffelung zeigt: Madrid möchte Anreize setzen, ohne die Regionen zu zwingen – die Hoffnung ist, dass die Länder nun freiwillig nachziehen und eigene Instrumente wie Mietdeckelungen nutzen.

Wie die Tageszeitung „20 Minutos“ berichtet, war die Ausweitung der Steueranreize eine langjährige Forderung der Sozialisten. Nach anfänglichem Widerstand des kleineren Koalitionspartners Sumar hat man sich auf diesen Kompromiss geeinigt – ein Signal an Vermieter, dass sich Kooperation lohnt, aber auch eine Warnung an alle, die auf steigende Preise setzen.


Quelle: 20minutos.es

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