Grenzkontrollen für Italien-Reisende erreichen 5.000

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Spanien

Grenzkontrollen für Italien-Reisende erreichen 5.000

von Jonas Beck

Vorübergehende Kontrollen als Reaktion auf Ceuta-Krise

Die spanischen Behörden haben am 8. August vorübergehend wieder Grenzkontrollen an allen Flughäfen und Häfen eingeführt, die direkte Verbindungen zwischen Spanien und Italien anbieten. Die Maßnahme erfolgte als Reaktion auf die Entscheidung Italiens, das Schengen-Abkommen auszusetzen – eine Reaktion auf die Migrationskrise in Ceuta Ende Juli. Die Kontrollen sollen bis zum 7. September bestehen bleiben.

Fast zweistellige Kontrollzahlen innerhalb von neun Tagen

Nach aktuellen Daten des spanischen Innenministeriums wurden bis zum 17. August um 13:00 Uhr insgesamt 5.080 Reisende, die aus Italien kamen, bei ihrer Ankunft identifiziert und kontrolliert. Die Behörden überprüften dabei 462 Flüge. Insgesamt waren 725 Polizei- und Grenzschutzbeamte mit der Durchführung der Kontrollen beschäftigt.

Die Zahlen zeigen, dass die Kontrollen seit dem 8. August täglich durchgeführt werden. Am 17. August selbst wurden laut Ministerium 434 Passagiere überprüft – die meisten davon, nämlich 191 Reisende, kamen mit fünf Flugzeugen am Flughafen Adolfo Suárez-Madrid-Barajas an. In Barcelona wurden am Flughafen El Prat 118 Passagiere aus Drittstaaten in sechs Flügen kontrolliert.

Aufschlüsselung der Flughäfen: Von Bilbao bis Gran Canaria

Auch andere spanische Flughäfen waren in den Kontrollzeitraum einbezogen. So wurden in Bilbao fünf Personen aus Italien überprüft, die mit vier verschiedenen Flügen ankamen. In Sevilla traf ein Flugzeug mit acht Passagieren ein, die alle kontrolliert wurden. Am Flughafen Málaga waren es vier Reisende aus vier verschiedenen Flügen.

An der Mittelmeerküste wurden in Alicante 36 Passagiere aus Drittstaaten in zehn Flügen erfasst, in Valencia 18 Personen aus drei Flügen. Auf den Balearen verzeichnete Ibiza mit zwölf Reisenden aus drei Flügen die meisten Identifizierungen, während Mallorca lediglich sechs Passagiere aus zwei Flügen betraf. Menorca meldete zehn Reisende aus fünf Flügen, die kontrolliert wurden.

Kanaren ebenfalls betroffen – Fuerteventura bleibt ohne Kontrollen

Auf den Kanarischen Inseln zeigte sich eine uneinheitliche Bilanz: Am Flughafen Teneriffa-Süd wurden 19 Passagiere aus sieben Flügen identifiziert, in Lanzarote waren es vier Personen aus einem einzigen Flugzeug. Gran Canaria meldete drei Kontrollen aus zwei Flügen. Auffällig: Am Flughafen Fuerteventura wurden keinerlei Kontrollen registriert – keine entsprechenden Flüge aus Italien waren geplant.

Die vorübergehende Wiedereinführung der Grenzkontrollen ist Teil einer diplomatischen Auseinandersetzung zwischen Madrid und Rom. Der Schritt folgt auf die italienische Aussetzung des Schengen-Abkommens, die Rom nach den Ereignissen in Ceuta am 30. Juli verhängt hatte. Spanien hält die Kontrollen bis zum 7. September aufrecht, es sei denn, Italien hebt seine Beschränkungen vorzeitig auf wie das Innenministerium in einer Erklärung betonte.


Quelle: 20minutos.es