Explosion in Munitionsfabrik erschüttert Granada

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Granada

Explosion in Munitionsfabrik erschüttert Granada

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Zwischenfall bei Testlauf

Ein lauter Knall hat am Freitagmorgen die Ruhe in Granada gestört. Gegen neun Uhr ging bei der Notrufzentrale 112 eine Welle von Anrufen ein – zahlreiche Anwohner meldeten eine heftige Detonation aus dem Bereich der Straße nach Murcia, wo die staatliche Munitionsfabrik im Stadtteil El Fargue ansässig ist. Wie die Koordinierungsstelle für Notfälle mitteilte, ereignete sich der Zwischenfall auf dem Gelände des Betriebs.

Ersten Erkenntnissen zufolge liegt die Ursache im sogenannten Brennbereich der Fabrik. Gewerkschaftsvertreter von UGT erklärten, dass sich der Vorfall vermutlich während eines routinemäßigen Tests ereignet habe. Bei solchen Versuchen sei offenbar etwas schiefgelaufen, h bank. Allerdings sei der Bereich weiträumig abgesperrt gewesen, sodass sich keine Personen in unmittelbarer Nähe befanden.

Drei Verletzte, keine strukturellen Schäden

Trotz der Sicherheitsvorkehrungen gab es Verletzte: Drei Mitarbeiter erlitten Beeinträchtigungen des Gehörs und wurden zur weiteren Untersuchung in das Krankenhaus Virgen de las Nieves gebracht. Ihr Zustand wird als nicht kritisch beschrieben. Die Behörden schickten umfangreiche Rettungskräfte zum Unglücksort, darunter zwei Mobilintensivwagen, Feuerwehr, Polizei sowie Einheiten der Guardia Civil und der Waldschutzbehörde Infoca.

Die Nationalpolizei entsandte zusätzlich Spezialisten für Sprengstoffentschärfung (Tedax) sowie Beamte der Kriminal-, Wissenschafts- und Untergrundabteilung, um das Gelände zu untersuchen. Um die Anlage wurde ein doppelter Sicherheitsring gelegt: einer für die Ermittlungsarbeiten, ein weiterer, um Anwohnern und Passanten Hilfe anzubieten. Eine Überprüfung der angrenzenden Wohnhäuser ergab laut Polizeiangaben keine strukturellen Schäden. Die Unternehmensleitung der Fabrik wollte sich zu dem Vorfall nicht äußern, bestätigte aber, dass niemand schwer verletzt wurde. Auch die Arbeitsaufsicht und das Zentrum für Arbeitsschutz wurden informiert.

Erst kürzlich Zwischenfall mit Munitionstransport

Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Sicherheitslage rund um die Einrichtung, denn erst Mitte Oktober war ein Lkw mit Granaten für Mörser verunglückt. Das Fahrzeug kippte am 13. Oktober auf der A-4002 um und verlor einen Teil seiner Ladung auf der Fahrbahn. Das Räumen der Straße erforderte damals den Einsatz von Polizisten mit Spezialausbildung im Umgang mit Explosivstoffen. Die Regionalregierung Andalusiens aktivierte in der Folge die Vorwarnstufe des Notfallplans für Gefahrguttransporte. Der Lkw war auf dem Weg zwischen zwei Standorten des Unternehmens, wie die Behörden damals mitteilten.

Die jüngste Explosion wirft erneut Fragen zur Betriebssicherheit der traditionsreichen Fabrik auf, die seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Region ist. Die Ermittlungen zur genauen Unglücksursache laufen unterdessen auf Hochtouren, während die Verletzten mit leichten Hörschäden das Krankenhaus voraussichtlich bald wieder verlassen können. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, wird die Anlage weiterhin von Spezialkräften überwacht.


Quelle: europapress.es

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