Studentenwohnheime: Investoren drängen, Betten fehlen

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Madrid

Studentenwohnheime: Investoren drängen, Betten fehlen

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Wohnheim-Markt boomt, aber das Angebot hinkt hinterher

Studentenwohnheime sind in Spanien längst ein begehrtes Anlageziel für internationale Investoren. Allein bis September dieses Jahres flossen rund 1,27 Milliarden Euro in diesen Segment – das entspricht fast einem Viertel aller Investitionen im Wohnbereich. Im kompletten Jahr 2025 waren es sogar rund 2,2 Milliarden Euro, wie aus Daten des Immobilienberaters CBRE hervorgeht. Zum Vergleich: 2024 waren es 985 Millionen, 2023 nur 452 Millionen Euro.

Doch der Geldsegen ändert nichts am grundlegenden Problem: Es gibt schlicht zu wenige Zimmer. Landesweit stehen aktuell etwa 118.762 Betten in Wohnheimen zur Verfügung. Das klingt nach viel, ist aber gemessen am Bedarf deutlich zu wenig. Marktanalysten von Savills beziffern das Defizit auf mehr als 528.000 fehlende Plätze, CBRE kommt sogar auf rund 546.000. Rein rechnerisch kommen auf jedes verfügbare Bett etwa fünf Studierende, die ein Zimmer brauchen.

Mieten in Madrid und Barcelona bleiben hoch

Die Folge der Knappheit: hohe Preise. In Madrid und Barcelona liegen die monatlichen Kosten für ein Wohnheimzimmer laut aktuellen Marktdaten bei durchschnittlich 1.300 Euro. Besonders groß ist der Druck in den Universitätsstädten: Für Madrid wird eine Nachfrage von knapp 72.000 Plätzen geschätzt, das Angebot liegt aber nur bei etwa 20.000. In Barcelona stehen 48.467 nachgefragten Plätzen rund 10.700 Betten gegenüber, in Valencia 37.477 gegenüber 4.400.

Immerhin: In den kommenden Jahren kommt Bewegung in den Markt. Für 2026 sind rund 5.550 neue Betten in 16 neuen Wohnheimen angekündigt, bis 2028 sollen weitere 10.500 Plätze folgen. Madrid führt dabei mit geplanten 5.144 neuen Betten, gefolgt von Barcelona (2.635) und Valencia (2.388). Das Wachstum der vergangenen zehn Jahre hat das Angebot zwar um 62 Prozent steigen lassen – schneller als die Zahl der Studierenden. Doch von einer Entspannung ist der Markt noch weit entfernt.

Spanien liegt im Europa-Vergleich weit hinten

Die Versorgungsquote von rund acht Prozent ist im europäischen Vergleich schwach. Nur Portugal (6 Prozent) und Italien (4 Prozent) schneiden schlechter ab. In Ländern wie Großbritannien liegt der Wert bei etwa 30 Prozent. Die spanische Regierung hat reagiert und Fördermittel in Höhe von 45 Millionen Euro bereitgestellt, um in sieben Städten den Bau und die Sanierung von Studentenwohnheimen zu unterstützen. In einer ersten Phase sollen damit rund 2.000 zusätzliche Plätze entstehen.

Großinvestoren kaufen sich ein

Die Branche konsolidiert sich derweil rasant. Der US-Investor Nuveen übernimmt für rund 330 Millionen Euro das Portfolio des Anbieters Bravo!Students mit 3.323 Betten in sieben Städten. Der kanadische Pensionsfonds CPP Investments bringt mit seiner Plattform Livensa Group die Marken Nido Living und Livensa Living zusammen und will bis 2031 rund 25.000 Betten in Europa betreiben. Auch Greystar stockt auf und kauft zwei Wohnheime mit insgesamt 1.600 Plätzen.

Wie das Branchenportal 20Minutos berichtet, steigt zudem Franklin Templeton beim spanischen Investor Stoneshield ein, der unter anderem die Plattform MiCampus kontrolliert. Und die Immobiliengruppe Colonial hat sich mit Vita Group zusammengetan, um ein Portfolio an Premium-Wohnheimen aufzubauen. Der Markt bleibt also in Bewegung – ob das Angebot mit der Nachfrage Schritt halten kann, ist eine andere Frage.


Quelle: 20minutos.es

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